Eishockey

«Mami, jetzt bin ich än richtigä EHC Urdorfer»

Der Limmattaler Eishockey-Nachwuchs trainiert auf der Kunsteisbahn Weihermatt in Urdorf. Bei den Trainings von Yanick (4½), Fabio (7) und ihren Kollegen steht der Spass am Spiel im Vordergrund.

Yanick ist 4½-jährig. Mit seinen Eltern und seiner Schwester wohnt der Dreikäsehoch nur einen Katzensprung von der Eisbahn in Urdorf entfernt. «Seit zwei Jahren kommt er mit mir an die Spiele des EHC Urdorf», erklärt sein Grossvater stolz. Auch er und die Grossmutter sind an diesem Tag auf der Eisbahn. Es ist das erste Mal, dass Yanick die Eishockey-Montur selber montiert respektive von seinem Mami montiert bekommen hat. Er macht an der Eishockeyschule mit. «Mami, jetzt bin ich än richtigä EHC Urdorfer», sagt Yanick, als er in der Ausrüstung steckt.

«Eishockey ist viel cooler als Fussball»

Fabio ist sieben, und schon zum zweiten Mal mit von der Eishockeyschul-Partie. Seine langen, blonden Haare lugen unter dem schwarzen Helm mit der Nummer 66 hervor. Fabio lebt mit seiner Familie in Arni, im Kanton Aargau. Ein Freund hatte ihn einst überredet, die Hockeyschule zu besuchen. Inzwischen hat der Freund aufgehört. Fabio aber macht es immer noch Spass. «Eishockey ist viel cooler als Fussball», hat er seiner Mutter gesagt. Und: «So lange es ihm Spass macht», sagt diese, «bin ich gerne bereit, den Chauffeur und Betreuer für ihn zu machen.»

Yanick hat vom Materialwart, ehe es aufs Eis ging, noch ein paar echte Hockey-Schlittschuhe bekommen. So Weicheier-Schneider, wie man sie für den Hobbygebrauch trägt, sind nichts für hartgesottene Hockeyaner. Sein grünes Dress reicht bis fast aufs Eis. Nach einer halben Stunde muss Yanick erstmals an die Boxen. «Die Füsse tun ihm weh», klärt seine Mutter auf. Während Yanick auf der Bank sitzt und Mami ihm die Schlittschuhe lockert, will die kleine Schwester Benzin nachfüllen. Eifrig versucht sie ihrem Bruder durchs Gitter des Helms die Trinkflasche in den Ansaugstutzen, sprich Mund, zu stopfen.

Spass steht im Vordergrund

Fabios Vater ist Davos-Fan. Sein Sohnemann hat die grosse Karriere noch nicht ins Visier genommen. Der Spass an der Freude steht für ihn im Vordergrund. Ganz so, wie es auf dieser Stufe sein soll, wie Hockeyschul-Leiter Josef Gaspar erklärt. In Urdorf, dessen erste Mannschaft in der 3. Liga spielt, sind es allein Eltern von Spielern, welche die Hockeyschule führen. Gaspars Sohn etwa spielt bei den Bambinis. Da, wo Fabio vielleicht auch bald Pucks jagen wird.

Yanicks Boxenstopps häufen sich. Ist ja auch anstrengend, gleich im ersten Training 75 Minuten auf dem Eis zu stehen. Von Aufgeben indes keine Spur. Naseputzen, nachtanken, Lob vom Mami und Grossmami abholen, eine kräftige Aufmunterung vom Grossvater und die Moral ist wieder gestärkt. Auf, gehts in die nächste Runde. Wenn nur diese verflixten Schlittschuhe nicht wären – warum kann man nicht in Pantoffeln Eishockey spielen – wird Yanick sich jetzt denken und wünschen.

«lueg, si händ mich nonig verwütscht»

Fabio gehört zu den Besten. «Mami», ruft er keck, «lueg, si händ mich nonig verwütscht.» Die Gruppe spielt «Schwarzer Mann». Flink und wendig lässt Fabio die Jäger immer wieder ins Leere laufen. Das neue Dach über dem Eisfeld in Urdorf freut ihn. «Das Training gefällt ihm seither noch besser», erklärt seine Mutter. Gut möglich, dass der wirblige Blondschopf sein rotes Dress bald gegen das orangefarbene mit dem Stier-Logo, der Urdorfer Bambinis, tauschen wird.

Yanick hat, später im Bett, nach der Schufterei vermutlich noch von riesengrossen, bösen Schlittschuhen geträumt, die seine Füsse fressen wollten. Doch das wird ihn mit Sicherheit nicht davon abhalten, auch das nächste Mal wieder an der Eishockeyschule mitzumachen. Denn eines ist sonnenklar: Yanick will ein echter EHC Urdorfer sein.

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