Playofffinal

Luca Cuntis Zuversicht: «Irgendwann gehen die Pucks wieder rein»

Luca Cunti ist gefordert - von ihm hätte man in der bisherigen Finalserie mehr erwartet.

Luca Cunti ist gefordert - von ihm hätte man in der bisherigen Finalserie mehr erwartet.

Luca Cunti und die ZSC Lions wollen am Donnerstag in Davos die Finalserie ausgleichen. Viel anders spielen als bisher müssen die Zürcher dafür nicht. Was sich allerdings ändern muss, ist die schwache Chancenauswertung.

Immer wieder schreitet Marc Crawford im Abschlusstraining vor der vierten Finalpartie ein und gibt lautstark Anweisungen. Der Headcoach der ZSC Lions lässt seine Spieler Powerplay üben. Im Spiel in numerischer Überzahl sind die Löwen in der Finalserie gegen den HC Davos bisher leer ausgegangen (wie die Bündner übrigens auch).

Es besteht also dringender Verbesserungsbedarf. Mitten drin im Geschehen steht Luca Cunti. Der begnadete Spielmacher der Zürcher ist der Mann, der in solchen Situationen mit seiner Übersicht die Fäden spinnen, für die entscheidenden Pässe sorgen soll. Doch bis jetzt ist ihm das noch nicht gelungen.

Kein Mann für harte Rencontres

Sucht man nach den Hauptsündern dafür, dass die ZSC Lions in der Finalserie trotz teilweise deutlicher Überlegenheit mit 1:2 im Hintertreffen liegen, dann muss man relativ schnell den Namen Cunti nennen. Einerseits gehört der 25-Jährige zu den Hauptsündern in Sachen ausgelassener Torchancen. Auf der anderen Seite verschwindet er für einen Mann mit seinen Qualitäten zu oft und über zu lange Phasen komplett von der Bildfläche.

Besonders dann, wenn es ruppiger zu und her geht auf dem Eis, dann taucht Luca Cunti unter. Er wirkt in solchen Momenten wie ein Künstler im Steinbruch, der zwar den Rohstoff für seine Arbeit findet, aber nicht die nötigen Werkzeuge besitzt, um seinen Job zu erledigen.

Der smarte Mittelstürmer mit der brillanten Stocktechnik und dem fantastischen Laufstil ist nicht der Mann für harte Rencontres. Und das wissen die Davoser. Cunti attestiert den Bündner allerdings nicht eine besonders physische Spielweise: «Härter als unser Halbfinalgegner Servette spielt hierzulande keine Mannschaft. Das physische Spiel der Davoser ist nicht unser Problem. Wir müssen den Fehler mehr bei uns suchen», sagt er.

Ruhe ins Spiel bringen

Mit Fehler meint Luca Cunti nicht nur das nicht funktionierende Powerplay, sondern vor allem die schlechte Chancenauswertung. «Ich muss diesbezüglich sicher auch besser werden. Wir müssen uns aber alle selber an der Nase nehmen. Wir müssen die Scheiben mit dem letzten Zwick reinhauen, sie notfalls ins Tor reinwürgen», fordert der Nationalspieler.

Cunti ist sich zudem bewusst, dass sich die Zürcher von ihrer optischen und statistischen Überlegenheit in Sachen Schüssen und Torchancen nichts kaufen können: «Es kommt in den Playoffs nicht immer darauf an, wer besser spielt, sondern wer die entscheidenden Sachen richtig macht. Ein Match wie am Montag ist mühsam. Aber wir müssen es weiter versuchen. Irgendwann gehen die Pucks wieder rein.»

Eine gute Basis für einen erfolgreichen Playoff-Abend wäre eben ein funktionierendes Powerplay. Auch Cunti weiss, dass man in diesem späten Stadium der Meisterschaft das Rad nicht mehr neu erfinden kann. Dennoch kann er der speziellen Trainingssession für das Überzahlspiel durchaus etwas Positives abgewinnen: «Diese Einheit war wichtig für uns, damit wir uns wieder etwas finden und Ruhe in unser Spiel bringen. Zuletzt haben wir da ein wenig wirr agiert.»

Nun braucht es Tore

Für Verwirrung beim Gegner möchte heute Abend vor allem Luca Cunti sorgen. Er weiss, dass gerade von potenziellen Leistungsträgern wie ihm noch mehr erwartet wird. Dasselbe gilt mit Abstrichen übrigens auch für seinen kongenialen Sturmpartner Roman Wick.

Der Topscorer hat zwar mehr Einfluss auf das Spiel der Zürcher und ist mit seiner Wucht ein steter Gefahrenherd für die Davoser. Doch auch Wick muss sich bezüglich Torproduktion steigern, wollen sich die Lions nicht plötzlich mit drei HCD-Matchpucks zum Meistertitel konfrontiert sehen.

Im Viertelfinal gegen den EHC Biel und im Halbfinal gegen Servette konnten die Zürcher nach 1:2-Rückständen jeweils im vierten Spiel reagieren und mit einem Auswärtssieg wieder den Gleichstand in den Serien herstellen. Luca Cunti hat recht, wenn er sagt, dass man bisher eigentlich gut gespielt habe und gar nicht so viel ändern müsse in der Spielweise. Aber jetzt sind Tore gefragt. Auch vom Künstler.

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