Kunstturnen
Lisa Fischer will den Sprung in den Nationalkader schaffen

Die 12-jährige Weiningerin strebt die Teilnahme an internationalen Wettkämpfen an. Um das zu erreichen, nimmt sie Opfer in Kauf.

Olivier Winistörfer
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Lisa Fischers Konzentration ist gefordert.

Lisa Fischers Konzentration ist gefordert.

30 Kilometer beträgt die Strecke, die Lisa Fischer zurücklegen muss, um zu trainieren. Dabei überquert die Weiningerin die Kantonsgrenze. Die 12-Jährige trainiert sechsmal in der Woche im Regionalen Leistungszentrum des Kanton Aargau in Niederlenz, da das Zentrum des Kanton Zürich in Rüti und damit noch weiter weg liegt. Damit die Limmattalerin dies auch bestreiten kann, wird sie von der Mutter Sonja Fischer jeweils ins Training gebracht und wieder abgeholt. «Natürlich bedeutet das einen Mehraufwand für mich, aber ich will meine Tochter dabei unterstützen und dann muss ich mich halt auch ein wenig danach richten.»

Mit sieben Jahren packte die junge Limmattalerin das erste Mal die Leidenschaft fürs Kunstturnen, wie sie erzählt: «Mir war langweilig und so schaute ich in der Turnhalle bei uns in Weiningen vorbei. Dort trainierten einige und ich wollte mitmachen.»

Seit damals konnte die Sechstklässlerin auch schon einige Erfolge feiern im Sport. Deshalb figuriert die Limmattalerin im erweiterten Kader der Schweizer Juniorennationalmannschaft und holte sich mit Aargauer Kolleginnen Gold an den Schweizer Teammeisterschaften.

«Es war sicher speziell diesen Titel mit dem Kanton Aargau zu holen und nicht mit meinem Heimatkanton, aber die Freude war trotzdem gross», erinnert sich die Weiningerin gern. Fischer hat noch einiges vor. So will sie auch an internationalen Wettkämpfen teilnehmen und weiss auch, was man braucht, um im Kunstturnen erfolgreich zu sein, wie sie erklärt: «Als Turnerin braucht man Ehrgeiz und Durchhaltewillen.»

Damit sie ihr Ziel erreicht, muss die junge Limmattalerin aber noch etwas trainieren, wie Trainer Renato Gojkovic meint: «Lisa hat sich gut entwickelt bei uns in den letzten zwei bis drei Jahren und gehört zum oberen Durchschnitt, aber sie schöpft noch nicht ihr volles Potenzial aus.»

Auch die Sechstklässlerin weiss, dass sie noch viel zu arbeiten hat, und sieht auch eine Möglichkeit, Fortschritte zu machen. «Ich will nun an den Wettkämpfen alles geben, um die Chance zu kriegen, ins Nationalkader zu kommen. Ein Problem ist, dass ich manchmal vor den Wettkämpfen ein wenig nervös bin, daran will ich aber arbeiten», sagt Lisa Fischer. Spass an der Bewegung und am Kunstturnen habe sie noch immer, was einer der wichtigsten Punkte sei. Denn nur mit Leidenschaft und Wille ist das Ausschöpfen des Potenzials möglich.