Schwingen
Limmattaler verpassten Auszeichnung an Berchtoldschwinget deutlich

117 Schwinger stiegen am 2. Januar zur traditionellen Hallenschwinget in Zürich ins Sägemehl. Beat Clopath aus Bonaduz gewann zum ersten Mal das Berchtoldschwinget.

Bruno auf der maur
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Der 20-jährige Bernhard Götsch (r.) war bester Limmattaler.Auf der Maur

Der 20-jährige Bernhard Götsch (r.) war bester Limmattaler.Auf der Maur

Am 2. Januar starteten die Schwinger beim Berchtoldschwinget in der Saalsporthalle in Zürich ins neue Jahr. Bei der 115. Auflage des traditionellen Hallenschwingets stiegen 117 Schwinger aus der Innerschweiz, der Nordwest-, Südwest- und Nordostschweiz ins Sägemehl und zeigten den 1300 Zuschauern attraktiven Schwingsport. Für den Schlussgang qualifizierten sich Beat Clopath aus Bonaduz mit vier Siegen und einer Niederlage sowie der überraschende Michael Hess aus Rothenthurm mit vier Siegen und einem Gestellten.

Im Kampf um den Tagessieg griff Clopath von Beginn an resolut an und gewann bereits nach einer Minute und 22 Sekunden mit Fussstich und Überdrücken am Boden. Damit konnte sich der 26-jährige Bündner erstmals ins Siegerbuch des Berchtoldschwingets eintragen lassen. Neben Clopath bestimmten die drei weiteren eidgenössischen Kranzschwinger das Wettkampfgeschehen massgeblich mit. Lange sah es nach einem Triumph des Vorjahressiegers Michael Bless aus, der mit vier Sie-gen vorlegte.

Doch mit einem Unentschieden im fünften Gang gegen Urban Götte fiel er aus der Entscheidung. In der Endabrechnung belegte Bless den dritten und Götte den fünften Rang, während der Innerschweizer Peter Imfeld mit zwei Niederlagen die Erwartungen nicht erfüllte.

Götsch bester Limmattaler

Für einmal war nicht Thomas Kammermann der beste Vertreter des Schwingklubs Glatt- und Limmattal, sondern Bernhard Götsch aus Zürich. Der Auftakt gelang dem gelernten Landwirt optimal. Er besiegte Raphael Kausch mit einem lehrbuchmässigen Kurzzug mit der Maximalnote zehn. Anschliessend bekam es Götsch mit starken Gegnern zu tun und musste sich zwei Mal das Sägemehl vom Rücken wischen lassen.

Die Qualifikation für den Ausstich (5. und 6. Gang) schaffte er mit einem hart umkämpften Sieg gegen Björn Schönenberger. «Schade, dass ich die gute Ausgangslage nicht nutzen konnte», bilanzierte Götsch am Ende. Zwei Niederlagen warfen den 20-Jährigen noch auf den 17. Rang zurück.

Kammermann fand kein Rezept

Nicht auf Touren kam Kammermann, der seit der letzten Saison ebenfalls zum Kreis der Kranzschwinger zählt. Der 24-jährige Maschinenbau-Student hatte zwar nur zwei Niederlagen, allerdings auch nur einen Sieg auf seinem Konto. Entscheidend für das mässige Abschneiden waren drei Unentschieden gegen eine nicht übermächtige Konkurrenz. «Ich hätte alle drei Gegner bezwingen müssen, aber ich fand kein Rezept, die Defensive zu durchbrechen», so Kammermann.

Allgemein hatten die Zürcher Schwinger mit nur drei Auszeichnungen einen schweren Stand. Als bester Zürcher platzierte sich überraschend der Nichtkranzer Remo Ackermann aus Steg im fünften Rang.