Limmattal
Limmattaler Unihockeyaner sind «böse Buben»

74 Strafminuten wurden beim 11:6 zwischen Fricktal Stein und Limmattal in der 2.Liga ausgesprochen. Davon wurden 70 gegen die Limmattalern gepfiffen. Den negativen Höhepunkt erreichte die Partie mit der roten Karte gegen UHL-Spieler Joël Wuillemin.

Tobias Marti
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Limmattals Joël Wuillemin rastet in der Schlussphase aus.bier/archiv

Limmattals Joël Wuillemin rastet in der Schlussphase aus.bier/archiv

Auch eine halbe Stunde nach Spielschluss hatten sich die Gemüter noch nicht beruhigt. Akteure beider Teams diskutierten hektisch und zuweilen sehr emotional mit den Unparteiischen und den Zuschauern. Das Fertigstellen des Matchblatts erwies sich als knifflige Aufgabe: Neben 17 Toren, 2 Penaltys und einem Time-out gab es insgesamt 74 Strafminuten zu vermerken – 70 davon gegen Limmattal.

Der negative Höhepunkt der Partie war zugleich auch der Schlusspunkt hinter eine denkwürdige Limmattaler Vorstellung: UHL-Spieler
Joël Wuillemin kassierte nach einem zweifachen Stockwurf neben diversen Bankstrafen die rote Karte und wurde vorzeitig unter die Dusche geschickt. Knapp drei Spielminuten standen noch auf der Matchuhr und die Limmattaler Niederlage beim Tabellenschlusslicht war bereits besiegelt.

Dabei hätte Wuillemin genauso gut zum Helden der Limmattaler werden können. Noch im ersten Drittel war er auf dem besten Weg dazu.

Nachdem UHL einen Kaltstart hingelegt hatte – 0:2 nach 45 Sekunden – war der 22-Jährige zuerst für den 2:2-Ausgleich (8. und 17.) und vier Sekunden vor der ersten Pause auch noch für den dritten Treffer besorgt. Trotz Wuillemins Galashow lag sein Team 3:4 zurück. Nur 26 Sekunden nach Wiederbeginn traf Gitonga zum 4:4. Die Freude bei den Gästen war von kurzer Dauer. Die Gastgeber erhöhten in der Folge auf 8:4.

Wer jetzt dachte, die Limmattaler hätten angesichts dieser 4-Tore-Hypothek und der drohenden Niederlage ihrem Frust freien Lauf gelassen, der irrte – es wurde noch viel schlimmer. Zuerst folgte war die beste Phase der Limmattaler, in der Bouquet (46.) und Hänni (48., per Penalty) trafen.

Das Chaos bricht aus

Die aufkeimenden Hoffnungen zerstörten die Limmattaler gleich selbst. Nach der dritten Strafe gegen Gitonga reklamierte dieser, was ihm eine weitere Sanktion einbrachte. Nun brach das totale Chaos aus. Die Limmattaler Fans tobten an der Seitenlinie, die Akteure reklamierten und belagerten den Schiedsrichtertisch. Das Resultat: Dreimal 2plus 10 Strafminuten gegen Gitonga und weitere 2 Strafminuten gegen Co-Trainer Joannis Stavropoulos.

Drei weitere Fricktaler Tore, eine weitere Strafe gegen UHL-Captain Lorenz Kern sowie der Ausraster von Joël Wuillemin überforderte dann aber auch die Unparteiischen. Die zur ausgesprochenen Matchstrafe obligatorische Fünfminutenstrafe ging im allgemeinen Durcheinander komplett vergessen, sodass die Partie fälschlicherweise mit fünf gegen fünf Feldspieler zu Ende gespielt wurde. Dies hatte im Gegensatz zu den vorangegangenen Limmattaler Undiszipliniertheiten aber keinen Einfluss auf den Ausgang der Partie.