Wie vor einem Monat beim Niklausschwinget in Dietikon lagen die Hoffnungen des Schwingklubs Glatt- und Limmattal bei Thomas Kammermann und Daniel Wettstein. Beim Berchtold-Schwinget in der Zürcher Saalsporthalle vermochten die beiden Sennenschwinger jedoch nicht an die zuletzt guten Leistungen anzuknüpfen.

Bis zur Mittagspause brachte sich Kammermann zwar mit einer Niederlage und zwei Siegen, die mit der Maximalnote bewertet wurden, in eine aussichtsreiche Position. Anschliessend musste der 27-jährige Maschinenbau-Ingenieur jedoch eine weitere Niederlage gegen den starken Berner Teilverbandskranzer Hanspeter Luginbühl hinnehmen.

Wettstein lief es gar nicht

In der Folge gelang es Kammermann nicht, entsprechend auf den Rückschlag zu reagieren. Im fünften und sechsten Gang musste er die Punkte trotz offensiv geführten Kämpfen mit seinen Gegnern teilen. «Ich hätte konsequenter angreifen müssen,» analysierte Kammermann den Wettkampf kritisch.

Tatsächlich diktierte er die Kämpfe, der siegbringende Wurf gelang ihm aber nicht. Mit den gestellten Gängen rutschte Kammermann auf Rang 16 ab. Gar nicht auf Touren kam Daniel Wettstein. Nach einem Startsieg musste der 20-Jährige drei Niederlagen einstecken, was das frühzeitige Aus nach vier Gängen bedeutete.

Frühes Favoritensterben

Vor 1400 Zuschauern zeigten die 140 angetretenen Schwinger beim ältesten Hallenschwinget der Schweiz einen animierten Wettkampf. Das Schwingfest lebte von einigen Überraschungen. Die zu den Favoriten zählenden eidgenössischen Kranzschwinger Daniel Bösch, Michael Bless, Bruno Nötzli und Gerry Süess nahmen sich mit Unentschieden schon vor der Mittagspause aus dem Rennen um den Tagessieg.

Während sich Bless und Nötzli mit den Rängen drei und fünf rehabilitierten, erwischte es Unspunnen-Sieger Bösch heftig. Nach drei Gestellten fand er sich zur Halbzeit so weit hinten wie lange nicht mehr. Zumindest gewann er noch drei Kämpfe, zu mehr als Rang neun reichte es aber nicht mehr.

Somit war der Weg frei für den Glarner Roger Rychen. Der 23-jährige Landwirt aus Mollis gewann sämtliche sechs Kämpfe. Im Schlussgang bezwang er auch den starken Berner Gast Jonas Lengacher nach 3:12 Minuten mit einer Kurz-Kreuzgriff-Kombination. Damit feierte der Überraschungsmann und zwölffache Kranzschwinger seinen bisher grössten Erfolg.