Squash
Limmattaler Exploit entthront GC – ausgerechnet im Derby

Vitis Schlieren kann gegen den Konkurrenten im Zürcher Derby mit 3:1 reüssieren. Vor allem Manuel Wanner schien über sich hinaus zu wachsen. Mit dem Sieg im Derby konnten die Limmattaler nun GC ablösen und die Spitze in der Liga übernehmen.

Olivier Winistörfer
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Kampf der Aushängeschilder: Schlierens Nicola Müller (vorne) gegen GC-Aushängeschild und Weltnummer 10 Daryl Selby. Manuel Geisser

Kampf der Aushängeschilder: Schlierens Nicola Müller (vorne) gegen GC-Aushängeschild und Weltnummer 10 Daryl Selby. Manuel Geisser

Lauter Beifall war von den Zuschauerrängen zu hören in Schlieren. Eine Stimmung, welche nicht alltäglich ist in der Schweiz. Viele Zuschauer kamen ins Tenniszentrum um die Mannschaft aus dem Limmattal gegen das stark besetzte und bis dahin ungeschlagene GC zu unterstützen. «Es war eine unglaubliche Atmosphäre. Die Zuschauer spornten die Spieler richtig an.», meinte auch Trainer John Williams zu den Fans der Mannschaft.

Williams erklärte vor dem Spiel, dass man einen Exploit brauche gegen den Kantonsrivalen, um zu reüssieren. Und seine Truppe enttäuschte ihn nicht, im Gegenteil. Die Schlieremer konnten gegen die besser besetzten Hoppers sogar mit einem 3:1-Sieg auftrumpfen. Vor allem Manuel Wanner schien über sich hinaus zu wachsen. Der junge Limmattaler konnte eine Topleistung abrufen und gegen Marcel Straub, die Nummer 10 der Schweiz, bestehen. Trainer Williams hatte dann auch nur lobende Worte für seinen Schützling übrig: «Manuel hat die beste Partie gezeigt, die ich bis jetzt von ihm gesehen habe.» Während sich Wanners Teamkollege Julien Balbo auf Position drei einen deutlichen 3:0-Pflichtsieg holte, konnte auch der britische Söldner Joe Lee gegen den um mehr als dreissig Plätze besser Platzierten der Weltrangliste Olli Tuominen in vier Sätzen siegen. Der junge Brite überzeugte vor allem durch seine Schnelligkeit und seine Fähigkeit, das Spiel des Finnen lesen zu können.

Trotz Müller-Niederlage an Spitze

Nicht so gut lief es hingegen der Nummer eins der Schlieremer, Nicolas Müller. Der Schweizer Topspieler, der in der Weltrangliste knapp aus den Top20 fiel, konnte gegen den Engländer Daryl Selby nicht reüssieren, und dies, obwohl er den ersten Satz gewann. «Im letzten Satz fehlte Müller einfach das letzte Quäntchen. Aber Nici wird sich steigern im Verlauf der Saison und bereit sein für die Play-offs», erklärte Williams die Niederlage seines Stars.

Mit dem Sieg im Derby konnten die Limmattaler nun GC ablösen und die Spitze in der Liga übernehmen. Zu viel wollen die Schlieremer aber aus dem Sieg gegen den Rivalen nicht schliessen und der Position, wie der Squash-Schweizer Williams weiter meint: «Wir werden in den Play-offs ganz anders auftreten als jetzt an diesem Spiel. Die Partie selber war ziemlich eng. Man kann sich auf spannende Play-offs freuen.» Begeistert war John Williams aber vor allem von der Stimmung im Derby: «Es war eine unglaubliche Atmosphäre, welche wir an diesem Regular-Season-Spiel hatten. Die Zuschauer spornten die Spieler richtig an. Das zeigt, dass wir auf Interesse stossen.»