Unihockey
Limmattal feiert einen kleinen Erfolg und hat einen grossen Traum

Unihockey Limmattal liebäugelt trotz mässiger Saison mit dem Aufstieg in die 1. Liga. Der 8:4-Sieg gegen Brugg – mit extrem dezimierter Mannschaft – bestärkt Trainer Rico Polo in der Überzeugung, dass dies bereits nächste Saison möglich sein könnte.

Jessica Widmer
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UHL - Brugg
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Interimcoach Damian Püntener gibt Pascal Meier und Luca Hänni (Limmattal) Anweisungen.
David Kölliker (Brugg) vor Torwart Pascal Hostettler (Limmattal), der eine überragende Partie zeigte.
Torjubel Michael Hunziker - Nicolas Gitonga (Limmattal)
Die Limmattaler feiern sich gegenseitig.
Nicolas Gitonga (Limmattal) erzielte drei Tore gegen Brugg.

UHL - Brugg

geisser

Für Unihockey Limmattal begann die laufende 2.-Liga-Saison wenig erfreulich. Das Team von Trainer Rico Polo hielt sich lange Zeit im unteren Mittelfeld der Tabelle auf und schaffte es nicht, das Potenzial in Punkte umzumünzen. Für den harzigen Start in die Saison hat Trainer Polo heute eine einfache Erklärung: «Das Team hätte definitiv schon zu Beginn mehr leisten können. Jedoch wollte ich bewusst die Fähigkeiten der Mannschaft testen und änderte immer wieder die Formationen, die Taktik oder die Zielvorgaben. Dies umzusetzen war nicht leicht und die fehlenden Punkte in der Tabelle sind die logische Konsequenz.» Im Verlauf der Saison steigerte sich Polos Team. Vielleicht auch, weil er als Trainer auf einige Ziele des Spielkonzepts verzichtete, um die Klasse einzelner Spieler geltend zu machen. «Die Qualität der Spieler in meiner Mannschaft ist sehr hoch für ein 2.-Liga- Team», so Polo.

Zuversicht macht sich ebenfalls im Hinblick auf die nächste Saison breit. «Wir sind bereit alles auf eine Karte zusetzen, um den Aufstieg in die 1. Liga zu realisieren. Aufgrund des Kaders und der tollen Vereinsarbeit wäre es möglich, dies schon nächste Saison zu erreichen», sagt Polo bestimmt. Doch er ist sich bewusst, dass dies ein sehr hochgestecktes Ziel ist, das vor allem an einem Punkt zu scheitern droht: der Hallenbesetzung. «Es ist schwierig gute Spieler zu halten, oder gar externe Spieler ins Limmattal zu holen, solange die Trainings unter der Woche erst um 21.15 oder 22 Uhr beginnen, weil die Hallen ausgelastet sind», sagt Polo.

Trotz Spielermangel zum Sieg

Von der angesprochenen Qualität durften sich die zahlreichen Zuschauer in der Urdorfer Zentrumshalle beim letzten Heimspiel der Saison gegen die Powermäuse aus Brugg überzeugen. Die Voraussetzungen für die Partie waren alles andere als optimal: Diverse Spieler waren verletzt oder gesundheitlich angeschlagen, Limmattals Verteidiger Stephan Pachlatko kam direkt vom Flughafen, und Trainer Rico Polo konnte wegen seiner Schiedsrichtertätigkeiten erneut nicht anwesend sein. Die Stimmung in der Mannschaft war dementsprechend schlecht und wenig optimistisch: «Alle stellten sich auf eine weitere Klatsche wie zwei Wochen zuvor gegen Unihockey Langenthal Aarwangen ein (2:10-Niederlage; Anm. d. Red.). Mehr als einmal fiel der Satz: ‹So bringt es doch nichts, gehen wir wieder nach Hause›», erzählte der übermüdete Verteidiger Pachlatko, für den es das letzte Heimspiel vor einem zweijährigen Auslandaufenthalt war.

Mit dezimiertem Kader zum Sieg

So trat Limmattal mit nicht einmal zwei vollständigen Linien gegen einen Gegner an, der auf Tabellenrang 3 liegt. Während bei den Powermäusen mehr als zehn Spieler auf der Bank sassen, kam man bei Limmattal lediglich auf vier Spieler. Die Partie entwickelte sich alles andere als erwartet. Limmattal schaffte es, den Powermäusen die Power zu nehmen und siegte diskussionslos mit 8:4. Umso glücklicher war Limmattal Coach Rico Polo, als er vom Erfolg hörte: «Es ist schön zu sehen, dass wir einem Gegner, welcher direkt um den Gruppensieg kämpft, mit dezimiertem Kader keine Chance lassen. Es zeigt klar, welches Potenzial diese Mannschaft hat.» Dies auch dank der hervorragenden Leistung des Limmattaler Goalies Pascal Hostettler, der an diesem Abend alles halt, was es zu halten gab.

Bevor überhaupt Gedanken an den Aufstieg verschwendet werden können, muss Limmattal noch das letzte Spiel am Freitag gegen die Crusadors Zürich absolvieren. Tabellenmässig liegt nicht mehr viel drin für UHLT, im besten Fall beendet das Polo Team die Saison auf Rang fünf, im schlechtesten auf Rang sechs.