Leichtathletik

Gugerli und Schenkel laufen am Sieg vorbei

Amaru Schenkel – in St. Gallen immer noch der Coolste, aber nicht mehr der Schnellste im Feld der Sprinter

Amaru Schenkel – in St. Gallen immer noch der Coolste, aber nicht mehr der Schnellste im Feld der Sprinter

Die Rechnung ist nicht aufgegangen. Sowohl der Urdorfer Steven Gugerli wie auch der Dietiker Amaru Schenkel zeigten ihre besten Leistungen im Halbfinal und nicht im Final.

In 6,72 Sekunden wurde Gugerli im Halbfinal gestoppt, in 6,79 Schenkel – nicht bis aufs Letzte ausgereizt, wie es vor allem bei Letzterem schien. Der Eindruck war falsch. Als es ernst galt, am Schluss des ersten Meisterschaftsabends im St. Galler Athletic-Zentrum, brillierte ein anderer: Pascal Mancini. Der Romand siegte in 6,68 Sekunden und blieb damit zwei Hundertstel unter dem für die Hallen-EM in Prag geforderten Minimalwert.

Während sein Freudenschrei durch die Halle schallte, zogen Gugerli und Schenkel still von dannen. Beiden gelang keine Steigerung mehr. 6,77 resultierten für Gugerli und brachte ihm Silber ein, 6,80 für Schenkel, was Bronze bedeutete.

Aussenseiter bis Final

Einfach war die Aufgabe nicht gewesen. Innert dreier Stunden galt es, drei Rennen zu bestreiten. Sprich: drei Mal aufwärmen, die Spannung aufbauend, drei Mal sämtliche Energie in diesen 60-m-Sprint hineinbringen, dazwischen hinunterfahren, um nach kurzem Abschalten erneut auf Touren zu kommen.

Dieses «Spiel» glückte Mancini am besten. Er blieb bis zum Final in der Aussenseiterrolle und vermochte diese zu nutzen. «Nach meiner Dopinganschuldigung und der Sperre bringt mich so rasch nichts mehr aus der Ruhe», sagte er, nachdem er seine Freude lautstark durch die Halle geschrien hatte. «Toll, dass ich mich zurückmelden konnte», strahlte er, «das Erfolgsrezept hiess Lockerheit.»

Gugerli und Schenkel indes kamen mit dem Steigerungslauf nicht wunschgemäss zurecht. Ihre Absicht wird es nun sein, die nächste Woche zu nutzen, während der die Selektionsperiode noch weiterläuft. «Ich fühle mich eigentlich gut und bin guten Mutes, dass es noch schneller geht», sagte Schenkel, der die Titelverteidigung verpasste.

«Komme nicht auf Touren»

Vor allem Erfreuliches aus diesen Titelkämpfen herausziehen liess sich aber für Gugerli. Er steigerte seine Saisonbestzeit um nicht weniger als neun Hundertstel. Sein neues Umfeld, die Zusammenarbeit mit Laurent Meuwly und Adrian Rothenbühler, scheint ihm gutzutun.

Mit 6,88 Sekunden auf Platz 5 lief der Unterengstringer Suganthan Somasundaram. Im Final nicht mehr an den Start ging der frühere Meister Rolf Malcolm Fongué aus Dietikon. «Ich komme diesen Winter nicht wunschgemäss auf Touren», hielt er fest. Seine Konzentration will er bereits jetzt auf den Sommer ausrichten.

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