Tennis
Larissa Horat – das Knie der Region

Im Center Sanapark in Birmensdorf erlernte Larissa Horat ihr sportliches Handwerk. Nun hat Sie hohe Ziele. Doch eine Knieverletzung stoppt den Plan der jungen Tennisspielerin.

Pia Schüpbach
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Als sechsjähriger Knirps wollte Larissa Horat die grosse Welt erobern. «Ich träumte davon, die Nummer 1 im Tennis zu werden», sagt sie und lacht. Heute ist die Welt der Larissa Horat eine kleine – sie pendelt zwischen der Tennishalle Sanapark in Birmensdorf und dem Sportgymnasium in Zürich hin und her.

Sie spielt Tennis, zeigt den Kleinsten, wie sie den Filzball schlagen müssen, und paukt zwischen den Lektionen für die Matura. Wenn das Energiebündel erzählt und strahlt, spürt man, sie ist glücklich in dieser Welt. Obwohl Verletzungen sie seit einem Jahr bremsen.

Ursprünglich hatte sich die siebenfache Limmattaler Tennismeisterin zum Ziel gesetzt, «zu den 20 besten Spielerinnen der Schweiz zu gehören. Und irgendwann vielleicht zu den Top 4.»

In ihrer Karriere ging es immer aufwärts. Ohne Exploit zwar, aber stetig. «Etwa fünfzehn» nationale Turniere hat sie gewonnen. Nachdem sie im vergangenen November einen weiteren Final für sich entschieden und ihr bestes Tennis gezeigt hatte, dachte Larissa Horat: «Jetzt komme ich in Fahrt.» Doch im Training darauf plagten sie Schmerzen im Ellbogen. Im Knochen hatte sich Flüssigkeit angesammelt.

Eisern führte das Talent die Übungen aus, die ihr der Physiotherapeut gezeigt hatte. Zudem ging sie in die Akupunktur. Tatsächlich konnte sie bald wieder trainieren wie früher. «Wenn ich spiele, dann mit Action», sagt Larissa. «Ich will nicht einfach den Ball hin und her schlagen.»

Doch das ist genau das, was sie heute tut. Tun muss. Denn kaum waren die Schmerzen im Ellbogen verschwunden, tauchten neue im Knie auf: wieder Flüssigkeit im Knochen. Mittlerweile ist Larissa zufrieden, wenn sie ihr Niveau überhaupt
halten kann.

Sie, die so viele Stunden auf dem Platz geschwitzt, als Sechsjährige mit dem Sport begonnen und ihren zwei älteren Brüdern Lukas und Alain die Bälle um die Ohren geschlagen hat. Zurzeit belegt Larissa Horat im Schweizer Ranking auf dem 58. Platz.

«Zu Beginn der Verletzung habe ich schon einen Lätsch gemacht», sagt sie. «Doch das bringt ja nichts.» Ihre Familie und ihre Freunde aus der Sportkanti halfen ihr aus dem Tief. Larissa steckte ihre Energie in die Schule und spürte doch jedes Mal einen Stich, wenn sie die Resultate ihrer Konkurrentinnen im Internet anschaute.

Heute steht sie noch immer täglich auf dem Platz. «Bällele» nennt Larissa Horat das eingeschränkte Training. Nach wie vor liebt sie das Spiel und ist glücklich, kann sie so viele Stunden im Tenniscenter ihrer Eltern verbringen. «Wenn ich ganz mit dem Tennis aufhören müsste, wäre das ein Horror für mich.» Wie es weitergeht, will sie in wenigen Wochen entscheiden.

Larissa Horat erobert nach ihrem schwierigen Jahr wohl nicht die Schweizer Tenniswelt. Statt eines intensiven Tennisjahrs könnte sie sich nach der Matura einen Sprachaufenthalt im Ausland vorstellen. Die grosse Welt ruft doch – wenn auch nicht als Nummer 1 im Tennis.