Leichtathletik
Lara Alemannis Konkurrenz war zu stark

Die Urdorferin ist mit ihrer Leistung an der U20-WM in Polen zufrieden. Die Athletin feierte eine Premiere: sie hatte bisher noch nie auf der Bahn an einem Grossanlass teilgenommen.

Michel Sutter
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Hatte nichts zu verlieren: Lara Alemanni aus Urdorf.

Hatte nichts zu verlieren: Lara Alemanni aus Urdorf.

athletix.ch

Am Ende stiess Lara Alemanni an ihre Grenzen. Mit 4:31,42 Minuten lief sie am Freitag an der WM im polnischen Bydgoszcz die langsamste Zeit im ersten Halbfinal über 1'500 Meter. Und das, obwohl sie Anfang Juni im deutschen Regensburg dieselbe Distanz noch in 4:27,77 Minuten absolviert und die WM-Selektionslimite unterboten hatte. Was war geschehen? «Ich wollte unbedingt eine schnelle Zeit laufen und verkrampfte mich dann», sagt sie. «Zu Beginn konnte ich das Tempo zwar noch mithalten, aber gegen den Schluss nicht mehr.» Zu gross war der Unterschied zu den vier Spitzenläuferinnen, die sich in Alemannis Feld für den Final qualifizierten.

Geknickt war die 18-Jährige deswegen aber nicht. «Von der Zeit her ist meine Leistung okay, ich bin die viertschnellste Zeit gelaufen», sagt sie. «Mir war einfach wichtig, mich nicht zu verstecken und einen auf ‹la petite Suisse› zu machen.» Schliesslich habe sie nichts zu verlieren gehabt.

Nervosität bekämpfen

Tatsächlich. Denn Alemanni, die als eine von zehn Schweizer Athletinnen und Athleten für die U20-Weltmeisterschaft in Bydgoszcz selektioniert worden war, feierte in Polen eine Premiere: Nie zuvor hatte sie auf der Bahn an einem Grossanlass teilgenommen. «Ich bin bisher ja an zwei Cross-Europameisterschaften dabei gewesen», sagt sie. «Aber eine Weltmeisterschaft ist halt doch nochmals etwas anderes.» Das beginne schon mit der Vorbereitung auf den Wettkampf. «Bei der Cross-EM reist man einen Tag vorher an.»

Für die WM war Alemanni aber bereits am Sonntag vor einer Woche nach Polen gereist, obwohl der 1500-Meter-Lauf erst am Freitag stattfand. «So hatte ich noch Zeit, andere Wettkämpfe zu besuchen.» Denn es sei ohnehin nicht gut, immer im Hotelzimmer zu sein. Durch ihre frühe Anreise konnte die Urdorferin aber auch den Wettkampftag durchspielen. «Dazu gehört unter anderem die Fahrt mit dem Bus vom Hotel zum Stadion», so Alemanni. Für sie ein wichtiger Faktor, da sie so weniger nervös gewesen sei.

Die Tage vor dem Wettkampf nutzte die Urdorferin aber nicht nur zur individuellen Vorbereitung, sondern auch zu Begegnungen mit Menschen aus fernen Ländern. «Ich bin mit Athletinnen und Athleten in Kontakt gekommen, die von den Bahamas oder aus Nigeria stammen – und aus Ländern, die ich nicht einmal kannte.» Die Atmosphäre sei sehr gut gewesen: «Wir kommen schliesslich alle aus derselben Altersgruppe, anders als bei einer EM, bei der auch Weltstars dabei sind.»

«Das war mein Ziel»

Doch auch aus Alemannis Heimat waren einige Anhänger nach Polen gereist. «Neben meiner Familie und meinen Freunden war auch eine ganze Horde von Schweizer Fans an den Wettkämpfen», sagt sie. «Das bekommt man natürlich mit, und das spornt einen an.»

Einziger Wermutstropfen für Alemanni war, dass sie im Halbfinal die WM-Limite nicht bestätigen konnte. «Das war mein Ziel gewesen», sagt sie und fügt hinzu: «Das wäre halt schon schön gewesen.» Andererseits habe sie abseits der Bahn viele positive Eindrücke sammeln können. Eindrücke, die sie in Erinnerung behalten wird: «Die ganze WM war einfach ein Supererlebnis.»