Eishockey
Kurioser Gegentreffer leitet Absturz der Wings ein

Nach der 4:7-Niederlage gegen die ZSC-Reserven wollten die Limmattal Wings rund 21 Stunden Wiedergutmachung gegen Sursee. Das gelang, was die Leistung, nicht aber den Ausgang anbetrifft: Nach dem 2:5 sind die Wings Letzter.

Raphael Biermayr
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Beim 3:2 für Sursee ist das Tor der Wings wegen eines Irrtums leer.

Beim 3:2 für Sursee ist das Tor der Wings wegen eines Irrtums leer.

Keystone

Wo ist Thomas? Diese Frage erfüllte die Eishalle Sursee, als Sven Leuenberger die Gastgeber gegen die Limmattal Wings mit 2:1 in Führung brachte (30.). Selten hatte der Torschütze so leichtes Spiel: Er fand keinen Goalie zwischen sich und dem Tor vor.

Der Gesuchte, Wings-Keeper Thomas Gebistorf, war zu diesem Zeitpunkt auf der Gästebank - in der irrigen Annahme, die Schiedsrichter hätten eine Strafe angezeigt. Tatsächlich hatte einer der Unparteiischen für eine kurze Zeit den Arm oben gehabt. «Als er uns erklärte, dass damit keine Strafe angezeigt hätte, war es schon zu spät», schilderte Wings-Trainer Mike Weiss die kuriose Situation.

Auch nach einer längeren Diskussion mit dem genervten Gebistorf kamen die Schiedsrichter folgerichtig nicht auf ihren Entscheid zurück, das Tor anzuerkennen. Es war letztlich ein grosses Missverständnis. Weiss nahm seinen Goalie für dessen Verhalten in Schutz: «Auch Gebi kann mal einen Fehler machen.»

Stark verbesserte Wings

Besagte Szene war der grösste Aufreger in einer intensiven Partie, in der die Wings ihren «katastrophalen Auftritt» (O-Ton Weiss) vom Vortag vergessen machen wollten. Beim 4:7 gegen die zuvor punktlosen ZSC-Reserven hatte bei den Limmattalern nichts zusammengepasst.

Das Vorhaben gelang nicht. Zwar zeigten sie sich stark verbessert und waren mit den viel breiter aufgestellten Luzernern die meiste Zeit auf Augenhöhe, besonders die Leistung der Special Teams war beeindruckend. Marlon Pieroni im Nachschuss (26.) und Dino Boner im Powerplay (34.) egalisierten das Skore zeitweise dank der Treffer zum 1:1 beziehungsweise 2:2.

Den Befreiungsschlag in Form eines Führungstreffers verpassten die Wings allerdings. Die vielen Strafen, die eingangs erwähnte Szene und die nachlassenden Kräfte bei den Gästen taten ihr Übriges, dass es am Ende 2:5 aus ihrer Sicht hiess.

Der letzte Treffer fiel wiederum ins leere Tor. Diesmal lag dem verwaisten Gehäuse kein Irrtum zugrunde, sondern der Mut von Trainer Weiss, der schon vier Minuten vor Schluss mit sechs Feldspielern das Glück erzwingen wollte.

Zwei Verletzte

Bitter für die Wings waren nicht allein die Resultate an diesem pannenreichen Wochenende. Mit Oliver Bowalle und Andi Vital fielen zwei Spieler verletzt aus. Darüber hinaus begann man die Partie in Sursee mit nur drei Verteidigern, weil Peter Frenzel verspätet anreiste. Dass man im ersten Drittel dennoch nur in doppelter Unterzahl ein Gegentor kassierte, ist ein Achtungserfolg. Dieser bringt allerdings auch nichts Zählbares ein - die Wings sind nun Letzter. Mit dem anstehenden Comeback von Topskorer Cyrill Hruby zeichnet sich immerhin ein Hoffnungsschimmer ab.