Teamstar 2011

Kommunikationshilfe für Dietiker Schlitzohren

Frauen soll man nicht warten lassen. Gegen dieses eherne Gesetz verstossen die Teammitglieder des FC Dietikon beim Besuch der Faustballerinnen aus demselben Ort.

Der Gegenbesuch im Rahmen der «Teamstar»-Wahl steht an diesem trockenen, kalten Januarabend an. Evelyn und Miriam Preisig sowie Sabrina Grünenfelder und Andrea Ganzoni vom NLA-Team harren in der kleinen Kabine auf der Dornau der Dinge, die da kommen.

Fussball ist im Grundsatz ein einfaches Spiel wie Faustball, und doch bedarf es auch da Training und Routine. «Das kann peinlich werden», sagt Evelyn Preisig, als hätte sie sich bereits damit abgefunden. Immerhin: Das Schuhwerk ist vertraut. Während der Sommermeisterschaft spielen die Faustballerinnen draussen ebenfalls in Nockenschuhen.

«Naim ist ein Schlitzohr»

Der Erlöser trägt ein vertrautes Gesicht: Naim Haziri holt die drei Gäste ab zum Trainingsstart auf dem Kunstrasen. Der Mittelfeldspieler des interregionalen Zweitligisten hat sich mit Raphael Candreia und Egzon Redzepi wenige Wochen zuvor auf fremdes Terrain gewagt. «Naim ist ein Schlitzohr», sagt FCD-Trainer Goran Ivelj, der die Szene aus der Ferne beobachtet. Eigentlich hätte er die Frauen abholen wollen.

Auf dem Platz übernimmt er das Kommando. Er treibt Spieler und Gäste an, erklärt Ganzoni eine Übung von Angesicht zu Angesicht. «Genau so!», sagt Ivelj bald lobend. Nach einigen Wiederholungen sitzen die Koordinationsübungen. «Das macht ja sogar Spass», findet Miriam Preisig und lacht dabei. Sie hat schmerzhafte Erfahrung mit dieser Sportart gemacht: «Mit zehn Jahren war ich einmal im Fussballtraining. Wir übten Kopfbälle und ich hatte danach heftige Kopfschmerzen.» Geradezu «gehasst» hat Sabrina Grünenfelder Fussball damals in der Schule. Am Feingefühl tat das aber keinen Abbruch.

Verbesserung der Kommunikation

Mit einem per Aussenrist gespielten Doppelpass verzückt sie Dietikons Edeltechniker Boris Dabic, der seinem Gefallen lautstark Ausdruck verleiht. Die Faustballerinnen tragen durch ihre Anwesenheit zur Verbesserung der Kommunikation bei. «Ihr erklärt unseren Gästen, wo sie hinspielen sollen – genau so müsst ihr auch mit euren Mitspielern sprechen», erklärt Trainer Ivelj.

Während der Trinkpausen bleibt ein bisschen Zeit für Smalltalk. Wieder tut sich Naim Haziri hervor. Im Anschluss daran findet aber auch er keine Zeit mehr, seinen Charme spielen zu lassen. Bei einer intensiven Spielübung stehen die Frauen meistens abseits, während um sie herum gerufen, gerannt, gegrätscht, geflucht wird. «Etwas Pause kann nicht schaden», bemerkt Evelyn Preisig, das muntere Treiben auf der anderen Seite des Platzes mit einem Lächeln verfolgend.

Ein Lächeln hat auch Goran Ivelj übrig, der sich über die gelungene Aktion freute. «Die Frauen hatten Spass, die Jungs hatten Spass – so soll es sein.» Er hoffe, dass die Faustballerinnen im Frühling als Zuschauer eines Spiels auf die Dornau finden. Der 31. März bietet sich dafür an. Denn im Anschluss an die Partie gegen Entfelden zeigen die Dietiker etwas, was die Besucherinnen wahrscheinlich eher interessiert als Fussball: eine Modenschau im «Föhrenwäldli».

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