Eishockey
Kläglicher Auftakt der Wings gegen Aufsteiger Bassersdorf

Die Limmattaler unterliegen Aufsteiger Bassersdorf 3:5 in der 3. Liga. Schon nach 7 Minuten stand es 0:3 aus Sicht der Limmattaler, der neue Wings-Trainer Matthias Honegger befürchtete ein Debakel.

Raphael Biermayr
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Bassersdorfs Samuel Ehrat dreht nach dem frühen 1:0 ab, Goalie Thomas Gebistorf und Verteidiger Dino Boner sind überrumpelt.

Bassersdorfs Samuel Ehrat dreht nach dem frühen 1:0 ab, Goalie Thomas Gebistorf und Verteidiger Dino Boner sind überrumpelt.

Raphael Biermayr

Er schaute besorgt hinter seinem Schnauz hervor. In seinem Blickfeld: Die Kolping Arena zu Kloten – und davor auf dem offenen Eisfeld ein überforderter Haufen: sein Team. Der neue Wings-Trainer Matthias Honegger bangte nach den Startminuten des Auftaktmatches um sein Team. 0:3 hiess es aus der Sicht der Limmattaler nach einem Doppelschlag in der 7. Minute. Aufsteiger Bassersdorf hatte sie zerzaust. «Ich fürchtete nach den ersten Minuten des Spiels, dass es ein Debakel absetzt», gestand Honegger nach der Partie ein. Es schien, als ob die mangelhafte Vorbereitung mit kaum einem Eistraining infolge der milden Witterung sowie die grosse Absenzenliste sich brutal niederschlagen würden.

Dass es am Ende lediglich 3:5 stand, war tatsächlich überraschend. Denn die Kläglichkeit der Gäste kannte im ersten Abschnitt keine Grenzen. Fast jeder Puck wurde im Aufbau quer durch den eigenen Slot gespielt – ein Fehler, wie er höchstens Junioren in dieser Häufigkeit unterläuft. Die Rückkehr der Wings auf den Pfad der eigenen Tugend war der Grund für die Ausgeglichenheit der Partie ab dem zweiten Drittel. Sie arbeiteten den Gegner nun mit Körpereinsatz vom Eis – und hatten nach einem Erfolgserlebnis Oberwasser: Cyrill Hruby traf nach herrlichem Zuspiel von Alexander Marty. Allerdings hatten die Gastgeber zuvor einen weiteren Treffer erzielt. Wie derjenige der Wings danach fiel er im Powerplay.

In dieser Disziplin offenbarte sich schliesslich der entscheidende Unterschied. Denn die Limmattaler hatten durchaus die Möglichkeit, die Partie zu drehen. Doch nach einem kläglichen Überzahlspiel zu Beginn des Schlussabschnitts war die Hoffnung dahin. Honeggers Schnauz bebte vor innerlicher Aufwühlung, als seine Spieler es fertigbrachten, mit zwei Mann mehr zweimal ins Offside zu fahren. Marty und Hani Weber sorgten mit ihren Treffern für die Resultatkosmetik.

Es bewahrheitete sich bereits in dieser Begegnung die Ahnung, dass die Wings mit der 4-Verteidiger-Strategie ein hohes Risiko eingehen. In der Offensive hingegen deuten sich grosse Möglichkeiten an, wenn die Mechanismen dereinst eingeübt sind. Ein Kandidat für eine definitive Rückkehr ins Fanionteam ist sicherlich Silvan Bienz. Der langjährige
3.-Liga-Spieler, der eigentlich für die zweite Mannschaft spielt, war als Aushilfe aufgeboten worden – und überzeugte wie früher durch Engagement und Leichtfüssigkeit.

Trainer Honegger, der einst für Bassersdorf in der 1. Liga gespielt hatte, nervte sich sichtlich über den missratenen Auftakt, wenn auch vorwiegend innerlich. «Es gibt noch viel zu tun», sagte er lakonisch. Der dritte Platz der Vorsaison wiegt schwer auf den Schultern der Wings.