Erstmals seit langer Zeit winkt einem anderen Limmattaler Team als Schlieren die Chance auf den regionalen 3.-Liga-Thron. Oetwil-Geroldswil lag vor dem letzten Spieltag bereits vor dem FCS, wegen der geringeren Anzahl Strafpunkte, nur ein Zähler dahinter lauerte der FCB. Die jüngsten Ergebnisse lassen allerdings die Vermutung zu, dass kein Team die Nummer eins sein will: Schlieren darbt nach einem 2:2 gegen Schlusslicht Zürich-Affoltern weiter, die Verfolger trennten sich 1:1 remis.

Starke Schlussphase des FCOG

Etwas bitterer mutete dieses Unentschieden für den FCOG an. Das Team von Trainer Andrea Roselli gab zunächst die Führung preis, um die Captain Astrit Krivaca besorgt war. Herrlich wie er in Torjäger-Manier aus spitzem Winkel in die nahe hohe Ecke traf (21.). In der Schlussphase der Partie waren die Gastgeber dem Siegtreffer dann näher.

Daniel Marquart (84. und 86.) und der von den A-Junioren beförderte Jonas Meili vergaben aus kurzer Distanz. Oetwil-Geroldswil scheint nicht reif für einen Platz in der erweiterten Spitzengruppe: dieses 1:1 war bereits das dritte Remis im vierten Match nach der Winterpause. «Es fehlt nicht viel, die Mannschaft spielt guten Fussball, leider wird sie nicht dafür belohnt», sagt Trainer Andrea Roselli.

Rosellis Zukunft klärt sich bald

Man kann es auch anders sehen: Roselli schafft es nicht, mehr aus dem Team herauszukitzeln. Allerdings darf nicht unerwähnt sein, dass sein junges Team sensibler auf Absenzen reagiert als Konkurrenten, Absenzen, von denen es im Moment viele gibt. «Für die aktuell herrschenden Konditionen macht die Mannschaft ihre Sache gut», erklärt der Trainer, der seinen Job in der Vorrunde an das Spiel in Horgen geknüpft hatte.

Ob er über die Saison hinaus an der Seitenlinie des FCOG steht, ist offen. Roselli, der an einem Weitermachen interessiert ist: «Der neue Sportchef will sich demnächst mit mir treffen.» Der neue Sportchef heisst Albert Wagner. Auf Neuigkeiten angesprochen sagte er nur: «In zwei Wochen gibt es News.»

Birmensdorf mit besseren Chancen

Ähnlich gelagert ist der Fall in Birmensdorf. Antonio Caputo weiss nicht, wie es weitergeht, entsprechende Gespräche würden ebenfalls ausstehen. Dani Margreth, der frühere Cheftrainer, dem Caputo assistierte, und heutiger Teil des Sportchef-Duos, vertröstet bezüglich Zukunftsplanung ebenfalls auf später. Nach fünf Punkten gegen höherklassierte Mannschaften stehen Caputos Aktien wohl nicht schlecht. Sein Team hätte in Geroldswil in der ersten Halbzeit auf die Siegerstrasse einbiegen können.

Topskorer Aleksandar Petrovic liess die Kaltblütigkeit zweimal allein vor dem Tor vermissen, einmal unmittelbar vor dem 1:0, das zweite Mal kurz danach. Den verdienten Ausgleichstreffer erzielte Bruno Da Costa vom Elfmeterpunkt (27.) – Torwart Simon Wendelspiess war noch mit den Fingern dran.

Das Elfmetertor von Birmensdorfs Bruno Da Costa brachte das Unentschieden gegen Oetwil-Geroldswil

Das Elfmetertor von Birmensdorfs Bruno Da Costa brachte das Unentschieden gegen Oetwil-Geroldswil.

Dem Strafstoss gingen kuriose Szenen voraus: Der Schiedsrichter entschied auf Rückpass und nahm dem FCB den Vorteil und damit ein sicheres Tor. Der indirekte Freistoss wurde von Daniel Marquart auf der Torlinie mit dem Arm abgewehrt. Glück für die Gastgeber, dass Marquart dafür nur verwarnt wurde. Nach dem Seitenwechsel verpufften die Bemühungen der Gäste. «Ich habe mir mehr davon versprochen», sagte Caputo auf die zweite Halbzeit angesprochen. Am Ende stand ein 1:1, das einzig Schlieren freut.