Die ausgezeichnete Besetzung am Zürcher Kantonal-Schwingfest lockte nicht weniger als 5000 Zuschauer nach Wila. Die elf eidgenössischen Kranzschwinger im 168 Schwinger umfassenden Teilnehmerfeld enttäuschten das Publikum nicht. Die Spitzenschwinger, allen voran Unspunnen-Sieger Daniel Bösch und Schwingerkönig Arnold Forrer, bestimmten das Wettkampfgeschehen über weite Strecken. Bis zur Mittagspause führten zwar nicht Forrer und Bösch die Rangliste an, sondern die «Eidgenossen» Pascal Gurtner und Beni Notz. Die Beiden konnten sich aber nicht entscheidend absetzen – Bösch und Forrer blieben in Lauerstellung.

Forrer vergibt Finaleinzug

Tatsächlich schlossen die Topfavoriten wieder zur Spitze auf. Während Gurtner und Notz im vierten Gang stellten, besiegte Daniel Bösch im fünften Gang um die Schlussgangqualifikation den bis zu diesem Zeitpunkt führenden Stefan Burkhalter. Schwingerkönig Forrer hingegen vergab die Finalteilnahme mit einer Niederlage gegen den überraschenden Appenzeller Michael Bless. Im Schlussgang, der vom Schlieremer Kampfrichter Stefan Tresch geleitet wurde, suchten sowohl Bösch wie auch Bless die Entscheidung. Nach 5:07 Minuten gewann der Unspunnen-Sieger mit Kniekehlengriff und verteidigte damit seinen Vorjahressieg erfolgreich. Für Bösch eine grosse Genugtuung: Nach einem Kreuzbandriss verpasste er im letzten Jahr fast die ganze Saison und auch das Eidgenössische in Burgdorf.

Daniel Wettstein fehlte ein Punkt

Die Kranzhoffnungen des Schwingklubs Glatt- und Limmattal wurden nicht erfüllt. Mit dem guten Saisonstart von Thomas Kammermann und Daniel Wettstein am Gibelschwinget meldeten die beiden Sennenschwinger ihre Ambitionen um einen Kranzgewinn am Kantonalfest an. Wettstein startete mit einer Maximalnote gegen Kevin Hassler optimal. Anschliessend er mit einem Unentschieden und einer Niederlage aber weit zurück. Eine weitere Punkteteilung im fünften Gang liessen dann Wettsteins Kranzträume endgültig platzen. Immerhin zeigte der 21-Jährige Moral. In einem hochstehenden Duell besiegte er Beda Arztmann mit Kurz und überdrücken am Boden. In der Endabrechnung fehlte Wettstein ein Punkt für den Kranzgewinn.

Kammermann kommt nicht in die Gänge

Nicht nach Wunsch lief es Thomas Kammermann. Nach einer Startniederlage gegen den späteren viertplatzierten Andreas Fässler folgten zwei Siege und ein Unentschieden. Im fünften und sechsten Gang musste Kammermann gegen die starken Kranzschwinger Markus Stucki und Roman Vestner antreten. Es resultierte eine Punkteteilung und eine weitere Niederlage, womit Kammermann ins Mittelfeld abrutschte. Silvan Tresch aus Schlieren schaffte mit zwei Siegen und vier Niederlagen die Ausstichsqualifikation während Luca Pallaoro aus Oberengstringen dieses Ziel verpasste.