Fussball

Keine brasilianischen Tänze à la Ronaldinho

Lukas Frehner trainiert abends im Schwamendinger Heerenschürli.edi

Lukas Frehner trainiert abends im Schwamendinger Heerenschürli.edi

Der Dietieker Lukas Frehner pendelt jeden Tag zwischen Limmattal, Oerlikon und Schwamendingen - alles für den Traum vom Profifussball. Der 14-Jährige trainiert in der FCZ-Academy und spielt für die U15-Nati.

Als 7-Jähriger begann Lukas Frehner seine Fussballerlaufbahn beim FC Dietikon. Der schweizerisch-brasilianische Doppelbürger hatte seine Mutter bedrängt, er wolle Fussball spielen und Profi werden. Also brachte sie ihren Sohn ins Training und Lukas schlug ein wie eine Bombe. Nach den E-Junioren wechselte der Jüngling mit gewinnendem, strahlendem Lächeln direkt in den C-Nachwuchs. Sein heutiger U15-Trainer beim FCZ Albert Hohl entdeckte die Begabung des Dietikers und lud den Innenverteidiger in die FCZ-Academy ein.

Seinem ersten Entdecker und C-Junioren-Trainer beim FC Dietikon habe er Unmengen zu verdanken, so der bescheidene Spieler, welcher mit der Fünf, der Trikotnummer seines Idols Carles Puyol, aufläuft. «Er hat mir viel Selbstvertrauen mitgegeben. Stets hat er mir versichert, dass ich das Potenzial habe, um zu einem grösseren Klub zu wechseln.» Seit 2009 spielt der Sportschüler nun in der Nachwuchs-Academy des FCZ. Vier Stunden trainiert er beinahe täglich und pendelt dafür zwischen Dietikon, Oerlikon und Schwamendingen.

Ein Tief in der Karriere

Vor einem Jahr erlebte der 14-Jährige das erste Tief seiner Karriere. Probleme mit dem Hüftgelenk zwangen ihn zu einer halbjährigen Pause. «Zum Glück musste ich nicht operieren», so Lukas, dem die Erleichterung sichtlich anzusehen ist. Nach der Zwangspause ging sein kometenhafter Aufstieg weiter. Anfang 2012 schaffte er auf Anhieb den Sprung ins U15-Nationalkader, zwei Mal wurde der ruhige und überlegt sprechende Dietiker seither aufgeboten. Sich selbst beschreibt Lukas als Teamplayer, er sei schnell und zweikampfstark, «ein richtiger Kämpfer». Bescheidenheit sei ihm eine wichtige Tugend, denn Arroganz mache unsympathisch. Man glaubt es ihm.

Mangelnden Ehrgeiz kann man Lukas Frehner aber nicht unterstellen, Profifussball ist sein Endziel. Mit dem dritten Platz der FCZ U15 am europäischen NIKE Premier Cup in Polen hat der Dietiker auf internationaler Bühne eine erste Duftmarke hinterlassen. Nach zweiten Meisterschaftsplätzen mit den U14- und U15-Junioren will der Familienmensch nächste Saison als Stammspieler endlich Schweizer Meister werden. Auch in der U16-Nati wolle er sich den Platz in der ersten Elf erkämpfen. Für welches Land er als Profi auflaufen würde, habe er sich schon oft überlegt. «Am liebsten spielte ich für beide. Aber das Fussball-Herz ruft natürlich nach Brasilien.»

Seine Karriere würde er gerne in seiner südamerikanischen Heimat beenden, verrät der Limmattaler mit Wurzeln in São Paulo. Lukas Frehner wird man, trotz seiner südamerikanischen Herkunft, nach Toren nie wie Ronaldinho zu fiktiven Samba-Rhythmen über den Platz tänzeln sehen. Er sei kein begnadeter Tänzer, «ich feiere immer mit den Mannschaftskollegen», so der Teamplayer.

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