4:2-Heimsieg und damit weiterhin Anschluss an die Ranglistenspitze - Limmattaler Fussballherz was willst du mehr? Es gibt solche Spiele, da ist man als Trainer und als Zuschauer trotz des Erfolgs nicht restlos zufrieden. Der Auftritt des FC Dietikon gegen Iliria gehörte in diese Kategorie.

Zwar korrigierte der Favorit den unerwarteten Rückstand schnell und schmerzlos. Praktisch mit dem ersten Angriff waren die Solothurner in Führung gegangen. Demiri liess den Ball im Strafraum für Elezi abtropfen, dieser bezwang Dietikons Torhüter mit einem platzierten Flachschuss.

Eine knappe Viertelstunde mussten die Zuschauer auf die erste Grosschance des Heimteams warten. Mit einem cleveren Doppelpass zwischen Capone und Norelli kam Letzterer in eine aussichtsreiche Abschlussposition. Sein Versuch blieb aber im Fünfmeterraum irgendwo in der vielbeinigen Iliria-Abwehr stecken.

Besser gelangen die Bemühungen zu einer Reaktion vier Minuten später. Ein flacher Ball von der rechten Seite wurde länger und länger, kugelte an Freund und Feind vorbei bis vor die Füsse von FCD-Stürmer Capone, der ihn ohne nennenswerte Gegenwehr und Schwierigkeit ins Gästetor bugsieren durfte.

Zum positiven Teil des Auftritts der Ivelj-Jungs gehörte das gnadenlose Nachdoppeln. Nur zwei Minuten nach dem Ausgleich wieder eine Flanke von rechts und Miljkovic brachte das Heimteam mit einem Abschluss aus 20 Metern humorlos in Führung.

Dennoch vermochte der FC Dietikon seinen Chef nicht zu überzeugen und das Heimpublikum nicht zu begeistern. Das eigene Aufbauspiel war zu fehlerhaft. Die Spieler wirkten bisweilen unkonzentriert und fahrig, in der zweiten Halbzeit mit dem beruhigenden 3:1-Polster nach dem Nachspielzeit-Treffer von Durovic gar passiv bis lustlos. 

Allerdings sahen sich die Limmattaler mit einem Gegner konfrontiert, der sich nach dem überzeugenden Start in offensiver Harmlosigkeit übte und selbst die gegnerische Passivität der zweiten Halbzeit kaum in eigene Abschlussaktionen ummünzen konnte.  

Der fehlende Glaube an die eigenen Fähigkeiten nahm kurz vor Ablauf der ersten halben Stunde noch mehr zu, als sich Torhüter Dilsiz bei einer Abwehraktion eine Muskelverletzung im Oberschenkel zuzog und vom Feld musste.

Sein Ersatz Saciri wirkte beim letzten FCD-Treffer durch Paiva nicht über alle Zweifel erhaben. Zwar war der Flachschuss des Portugiesen aus gut 20 Metern einmal mehr gut platziert, doch unhaltbar schien der nicht allzu scharf getretene Ball nicht.

Das Tor in der 81. Minute war gleichzeitig die erste und einzige nennenswerte Offensivaktion der Platzherren in der zweiten Halbzeit. Für den uninspirierten Auftritt kam die Quittung zwar nicht vom harmlosen Gegner, dafür vom eigenen Chef. Trainer Goran Ivelj gefiel nur mässig, was er von seinen Mannen zu sehen bekam. "Ich bin nicht zufrieden mit der Leistung. Wir konnten dem Spiel nie den Stempel so richtig aufdrücken", sagte Ivelj und stellte fest: "Letztlich ist schlecht spielen und gewinnen aber noch immer besser als gut spielen und verlieren."

Dietikon – Iliria Solothurn 4:2 (3:1)

Dornau. – 150 Zuschauer. – SR Michele Cassiani. – Tore: 6. Elezi 0:1. 18. Capone 1:1. 20. Miljkovic 2:1. 46. Durovic 3:1. 81. Paiva 4:1. 92. Sasso 4:2.

Dietikon: Pribanovic (84. Gammel); Goljica (60. Merendino), Ribeiro, Miljkovic, Moreno; Vecchié; Norelli, Paiva, Senicanin; Capone (69. Cajic), Durovic.

Iliria: Dilsiz (32. Saciri); Jahiu, Haljimi, Dedaj, Sulejmani; Elezi (80. Liugaliu), Mustafi, Gedici; Sasso, Ismaili (67. Caroli), Demiri.

Bemerkungen: Dietikon ohne Haziri, Barbosa (beide gesperrt) und Jelec (abwesend). 35. Lattenkopfball Paiva. Verwarnungen gegen Miljkovic (22.), Ismaili (49.), Jahiu (61.), Cajic (79.), alle wegen Foul.