Tradition geopfert
Kein Gratiseintritt mehr für Frauen beim FC Dietikon

Die Dietiker Fussballer sorgen für Furore auf dem Platz. Im Jahr 2011 in die 2.Liga interregional aufgestiegen, sind sie nun Wintermeister. Was bedeutet dieser Erfolg auf dem Platz für die Leute auf den Zuschauerrängen?

Olivier Winistörfer
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Die Zuschauer pilgern in Scharen auf die Dietiker Dornau.

Die Zuschauer pilgern in Scharen auf die Dietiker Dornau.

Raphael Biermayr

Neben den Anpassungen im Team für die höhere Spielklasse musste man auch die Eintrittspreise anpassen, erklärt Präsident Thomas Roth: «Wir hoben die Eintrittspreise von fünf auf sieben Franken für männliche Zuschauer, neuerdings müssen bei uns Frauen auch ein Ticket kaufen, jedoch nur zu einem kleinen Betrag von drei Franken.»

Unkosten ausgleichen

Mit dieser Massnahme beendete der FCD eine lange Tradition: Gratiseintritt für Frauen. «Der Vorstand und die Generalversammlung waren der Meinung, dass fünf Franken zu tief seien für die 2.Liga inter. Die aktuellen Preise wurden bei einer Diskussion an unserer GV durch ein Mitglied vorgeschlagen und gleich angenommen. Wir fanden, dass es auch an der Zeit war, für Frauen einen Betrag zu verlangen.» Mit den Einnahmen durch die Zuschauer versuche der Verein vor allem die Unkosten einigermassen auszugleichen, erzählt Roth: «Wir können im Moment die Kosten für ein Schiedsrichtertrio nicht einmal durch die Einnahmen des Ticketings decken. Das kann aber kaum ein Klub auf unserer Stufe.»

Wie kommt der FC Dietikon zu Geldern, damit man die gestiegenen Ausgaben wieder wettmachen kann? «Für unseren Verein ist das Sponsoring ein zentraler Punkt. Da wir wohl der grösste Klub im Limmattal sind und die Gegend überregional vertreten, ist das Unterfangen Sponsorensuche mit weniger Problemen verbunden als für andere Vereine in der Gegend. Ein grosses Plus für unseren Klub sind natürlich auch die Erfolge, welche wir in der letzten Zeit verzeichnen konnten. Da können wir froh sein.»

Nein zu Spitzenspielpreisen

Das Ansetzen von Spezialpreisen durch die Positionierung auf dem ersten Platz sei bei den Limmattalern überhaupt kein Thema, erklärt Roth: «Andere Vereine kennen dieses System, aber das interessiert uns nicht. Dies wäre unfair den Leuten gegenüber, die an jedes Spiel kommen.» Zentral für die Dietiker sei, den Leuten Fussball zu guten Preisen zu bieten. «Wir verlangen lieber weniger Eintritt und haben dafür mehr Zuschauer am Platzrand.»