«Eine schöne Weihnachtszeit. Und erholt euch gut.» Mit ein paar versöhnlichen Worten entlässt Kanti-Trainer Mario Kronenberg seine Spielerinnen nach dem Abpfiff in die spielfreie Zeit. Während ein paar Meter nebenan die Wetzikerinnen ihren überlegenen Sieg im Spitzenkampf feiern, resümiert Kronenberg die vorangegangenen 90 Minuten erstaunlich gelassen.

«Eine solche Niederlage ist immer schmerzhaft. Uns hat die nötige Konstanz gefehlt.» Er holt tief Luft. «Und die vielen Eigenfehler machten uns das Leben auch nicht gerade einfacher.» In der Tat nahmen sich die Limmattalerinnen mit teils haarsträubenden Harakiri-Aktionen immer wieder selbst den Wind aus dem Segel.

Starker zweiter Satz

Nur einmal kam Kronenbergs Team in Fahrt – dann aber gleich richtig. Im zweiten Satz blockten die Limmattalerinnen wie im Lehrbuch und servierten sich zu sagenhaften neun Punkten in Folge. Damit drehten sie diesen Abschnitt und glichen mit einem 25:16 zum 1:1 nach Sätzen aus. Danach glitten sie aber wieder ins alte Fahrwasser zurück.

Konsequenz: Mit diesem 1:3 gegen Wetzikon totalisieren die Limmattalerinnen nach acht gespielten Runden bereits zwei Niederlagen. Das sind doppelt so viele wie letzte Saison nach der gesamten Spielzeit, als man den ewigen Rivalen aus dem Zürcher Oberland um sieben Punkte distanzierte. Und sich ohne grosse Ambitionen in den Aufstiegsspielen zur 1. Liga versuchen durfte.

Nun in die verdiente Pause

Bis zum 5. Januar 2015 haben die Limmattaler Volleyballerinnen nun Trainings- und Wettkampfpause. «Die Turnhallen sind geschlossen. Und die Frauen sollen ein wenig Distanz gewinnen», so Kronenberg. Im neuen Jahr jedoch wolle man nochmals angreifen. Den Gruppensieg habe er noch nicht abgeschrieben, trotz aktuell vier Punkten Rückstand in der Rangliste. «Wir werden uns im Rückspiel gegen Wetzikon revanchieren», schmunzelt der Kanti-Trainer.

Kanti Limmattal erlebte vor noch nicht allzu langer Zeit sportlich schwierige Phasen. Die vorletzte Saison beispielsweise schloss man auf Rang fünf ab und hatte Mühe, einen neuen Trainer zu finden. Dann kam Kronenberg auf Beginn der letzten Saison – und plötzlich lief es rund. Auf die aktuelle Saison hin erfuhr das Limmattaler Team erneut grosse Änderungen – drei Spielerinnen gingen, zwei fallen längere Zeit aus, vier kamen neu – und spielt dennoch vorne mit. Was liegt diese Saison noch drin, Mario Kronenberg? «Ein Rang unter den ersten drei ist unser Ziel.» Los gehts für die Limmattaler Frauen am 20. Januar, wenn gegen Rämi Revanche für die 2:3-Niederlage in der Vorrunde angesagt ist.