Volleyball

Kanti Limmattal ist ein Opfer der Umstände hinter den Kulissen

Trotz Widrigkeiten haben sich die Frauen immer wieder in der 2. Liga gehalten. Auch diesmal? Das kapitale gegen Wiedikon ist verloren gegangen.

Weiter punkten, weiter punkten. So tönt es immer wieder von der Seitenlinie beim Heimspiel gegen Wiedikon. Es ist ein Kellerduell, beide Mannschaften sind nicht so stark in die Saison gestartet und müssen das bis Saisonende im März wieder hinbiegen.

«Es liegt noch alles drin, mit zwei Siegen könnten wir schon wieder auf dem vierten Platz liegen», erklärt Präsident Marc Lenzi. Nach Gewinn des ersten Satzes schienen die Limmattaler klar die bessere Mannschaft zu sein, doch dann begannen sich die Fehler zu häufen.

Die Spielerinnen lassen sich den Enthusiasmus aber nicht nehmen – trotz teaminterner und organisatorischer Probleme. «Wir haben grosse Schwierigkeiten Trainer für diese Mannschaft zu finden. Das heisst, dass sie sich teils selbst trainieren müssen und sich so nicht nur aufs Spielen konzentrieren können», weiss Lenzi.

Bis Ende dieser Saison hat man nun das Interimscoach-Duo Keller/Katz engagiert, um die nötige Stabilität und Ruhe in die Mannschaft zu bringen. «Sie machen wirklich einen guten Job und das merkt man auch während der Spiele», sagt Lenzi. Aber eben: Enthusiasmus. Trotz der Ungereimtheiten hinter den Kulissen haben die Spielerinnen bei jedem Punktgewinn eine Freude und eine Aggressivität, die man gern sehe, so Lenzi.

Ab dem zweiten Satz lief es dann nicht mehr so rund für die Spielerinnen der Kanti Limmattal. Einerseits waren sie zahlenmässig unterlegen mit 13 zu sieben und das nagt natürlich an der Kondition. Dazu kommt noch die Fehlerzahl. «Als ich in die Halle gekommen bin, haben wir sechs Punkte gemacht und sie einen», meint Lenzi sarkastisch.

Sie schlugen sich weiterhin fast immer selbst – mit Aufschlägen ins Netz oder hinter das Feld und mit zu weiten Smashes. Teils waren auch Blocks schuld, bei denen der Ball unglücklich abgelenkt wurde.

Trotz Wandel noch alles drin

«Anfangs dieser Saison standen die Sterne nicht so gut, wir hatten einen Generationenwechsel und eine fast komplett neue Mannschaft», erzählt Lenzi, «vorherige Spielerinnen haben aufgehört oder sind in andere Ligen gegangen.» Doch das scheint dem Kampfgeist der Limmattaler nicht abzutun und nach dem 2:1 in Sätzen hatte man wieder die Oberhand.

Leider aber nicht für lange. Die Wiediker waren physisch die grössere Mannschaft und das hat zum Leid der Kanti beigetragen. Langsam aber sicher kamen die Smashes der Gäste wuchtiger und präziser im Feld an und bald schon wussten die Limmattaler nicht mehr, wo ihnen der Kopf steht. Der vierte Satz war ein Satz zum Vergessen: 25:11 für die Wiediker.

Trotz der Schwierigkeiten rund um die Mannschaft der Kanti Limmattal haben sie bis zum Schluss einen starken Kampf abgeliefert und sie sind nicht ohne Grund «eh und je» in der zweiten Liga vertreten. «Dieses Jahr haben wir mehr Anlaufschwierigkeiten als in anderen Jahren, aber das kommt schon noch – es liegt noch alles drin», weiss Lenzi.

Auch wenn dieses Spiel mit 2:3 an die Gäste ging, hatte man sich letzten Samstag mit einem Sieg bereits aus den letzten zwei Abstiegsplätzen befreien können. Daher hegte die Mannschaft keinen Groll gegen den Gegner, sondern verabschiedete sich mit Glückwünschen und hofft auf eine ruhigere und vor allem organisiertere Zukunft mit dem VBC Kantonsschule Limmattal.

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