Handball
Junge Dietiker Handballerinnen schlagen Legenden

Dietikon-Urdorf entschied das erste Derby im Limmattaler Frauenhandball für sich. Dabei müsste man die Partie eigentlich als Super-Derby bezeichnen, steht doch auf den Trikots beider Mannschaften «HC Dietikon-Urdorf».

Michel Sutter
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Duell der «Kolleginnen»: Karin Neges (Mitte) setzt sich gegen Yvonne Studer (rechts)

Duell der «Kolleginnen»: Karin Neges (Mitte) setzt sich gegen Yvonne Studer (rechts)

Derbys sind per Definition Partien, bei denen zwei Mannschaften aus derselben Region oder Stadt gegeneinander spielen. So gesehen müsste man das Derby zwischen dem HC Dietikon-Urdorf und dem HC Limmat-OTVG eigentlich als Super-Derby bezeichnen: Die beiden Teams stammen nämlich nicht nur beide aus dem Limmattal, sondern sie trugen am Samstagmittag gar den gleichen Namenszug auf dem Trikot: «HC Dietikon-Urdorf». Das kommt nicht von ungefähr: Auf der Homepage des HC Dietikon-Urdorf ist die Mannschaft des HC Limmat-OTVG als «Legenden-Team» der 2. Liga aufgeführt.

Des Rätsels Lösung: Das «Legenden»-Team umfasst vor allem die älteren und erfahrenen Spielerinnen, die mit der jetzigen Mannschaft von Dietikon-Urdorf einst ein Team bildeten. Dann trennten sich die älteren und die jüngeren Spielerinnen – warum genau, ist unklar. «Offenbar gab es Diskussionen, dass die jüngeren Spielerinnen mehr zum Zug kommen, beziehungsweise die älteren weniger Verantwortung tragen sollten», sagt Peach Rusert, der Dietikon-Urdorf seit zwei Jahren trainiert. «Aber das war vor meiner Zeit, ich kenne die Gründe nicht genau.»

Kaum ein Schulterzucken wert

Tamara Schütterle, die bei Dietikon-Urdorf als Spielertrainerin fungiert und bei der Spaltung schon bei der Mannschaft war, zuckt mit den Schultern auf die Frage, warum das Team nicht zusammengehalten wurde. Einen Konflikt der Spielerinnen untereinander habe es jedenfalls nicht gegeben. «Nein, überhaupt nicht», beteuert sie, «wir sind gute Kolleginnen geblieben.» Auch während des Derbys gingen die Spielerinnen respektvoll miteinander um. Von einer hitzigen Atmosphäre oder von Ressentiments war nichts zu spüren. In der ersten Halbzeit war die Partie sehr ausgeglichen, wobei Dietikon-Urdorf leichte Vorteile hatte. Bis zur Pause führte das «Heimteam» mit eine0 Vorsprung von vier Treffern gegen die Ex-Teamkolleginnen.

Den Legenden fehlt der Atem

In der zweiten Hälfte kamen die Legenden bis auf zwei Punkte an ihre Rivalinnen heran, konnten die Partie aber nicht ausgleichen. Und je länger das Spiel dauerte, desto deutlicher wurde, dass die jüngeren Spielerinnen konditionell überlegen waren. So holten sie bis wenige Minuten vor Schluss einen 7-Tore-Vorsprung heraus – auch, weil der HC Limmat viele Chancen vergab. So scheiterte allein Karin Edler gleich zweimal innert kurzer Zeit an Goalie Svenja Fotsch. Doch der HC Limmat-OTVG kann die Niederlage verkraften, das Team steht auf Platz 3 in der Tabelle. Für Dietikon-Urdorf dagegen war der Sieg wichtig, um den Anschluss an das obere Tabellendrittel zu halten. Schliesslich möchte Rusert langfristig den Aufstieg in die 1. Liga schaffen.

Legenden wieder in die Mannschaft integrieren

Nicht zuletzt deshalb hätte er nichts dagegen, wenn die «Legenden» wieder in die Mannschaft von Dietikon-Urdorf integriert würden: «Es sind sehr erfahrene Spielerinnen, und für den Aufstieg in die 1. Liga könnten sie uns nützen.»