Triathlon

Ironman Thomas Mettler widersteht auch der Hitze

Auf der Schwimmstrecke muss man traditionell Nehmerqualitäten beweisen.

Auf der Schwimmstrecke muss man traditionell Nehmerqualitäten beweisen.

Unter hitzigen Bedingungen finisht Thomas Mettler vom Tri Team Limmattal seinen achten Ironman Zürich. Er schafft die Herausforderung in 10 Stunden und 40 Minuten.

Erdrutsch und umstürzende Bäume Anfangs Juni, Hitzetag Ende Juli: 2013 wird in der Schweiz nicht als Ironman-Jahr in die Geschichte eingehen. Nicht für die Veranstalter und auch nicht für die Teilnehmer.

Vor zwei Monaten in Rapperswil musste der Triathlon abgebrochen werden. Zur Sicherheit der Teilnehmer. Die anhaltenden Regenfälle lösten an einer Stelle einen Erdrutsch aus. Ein Abschnitt der Radstrecke wurde überschüttet.

Andernorts fielen Bäume auf die Strasse. «Ich bin bis zu den Bäumen gekommen», sagt Thomas Mettler vom Tri Team Limmattal.

Er bestreitet den Half-Ironman in Rapperswil jeweils als Vorbereitung für Zürich. Weil der Triathlon nicht nur abgebrochen wurde, sondern wegen der tiefen Wassertemperatur das Schwimmen von Anfang an gestrichen wurde, misslang die Hauptprobe so richtig.

Gestern, kurz nach vier Uhr morgens. Der Wecker im Hause Mettler läutet – ein heisser Tag beginnt. Schon jetzt zeigt das Thermometer über 20 Grad. Bereits am Freitag hat das OK des Triathlons informiert, dass die Athleten nicht mit Neoprenanzügen starten dürfen.

Das Wasser sei zu warm, mit den Auftrieb spendenden Anzügen drohe ein Hitzestau. Eine Premiere auch für den erfahrenen Zürich-Starter Mettler.

«Als relativ guter Schwimmer hat mich das Verbot nicht so stark getroffen», sagt der 34-Jährige. Tatsächlich ist er nach der 3,8 Kilometer langen Schwimmstrecke nur etwa sechs Minuten hinter der geplanten Durchgangszeit.

Diese Information sendet seine Frau Nicole per SMS sogleich an eine zuvor eingerichtete Gruppe. Vom Schwimmstart um sieben Uhr wurde sogar ein kleines Video geteilt. An der Strecke verteilt feuern ungefähr zwanzig Freunde und Verwandte den ehemaligen Fussballer an.

Dazu kommen Mitglieder vom Tri-Team. «Da immer ungefähr die gleichen Leute zuschauen kommen, weiss ich, wer wo steht. Ich fahre eigentlich von Freund zu Freund», sagt Mettler. Tatsächlich sei es Thomas, der die Freunde jeweils von Weitem erkenne und nicht umgekehrt, sagt ein Bekannter.

Nur der jüngste Fan, Sohn Ben war etwas enttäuscht. Im Gegensatz zu zwei anderen Vätern, die bei ihren Kindern angehalten haben, rauscht Thomas Mettler auf seinem Rad nur winkend vorbei. Dafür gibt es im Ziel erst ein wenig Liebesentzug durch den Junior. Auf dem anschliessenden Foto kann dann aber auch der Eineinhalbjährige wieder lachen.

Dann kam die Hitze

Auf der ersten Radrunde fühlt sich Mettler gut, die Sonne steht noch tief. Auf der zweiten dann aber der Hammer. «Die Hitze strahlte unbarmherzig vom Beton hoch. Ich hatte das Gefühl, dass ich stehe», sagt der Finanzchef der Stadt Opfikon, der noch nie nach Trainingsplänen trainierte.

So hatte er auch keinen Plan für die Flüssigkeitsaufnahme. «Ich habe wegen der Hitze einfach genommen, was mir angeboten wurde. Sicher zehn Liter», sagt er. Zusätzlich hatte er erstmals eine Salztablette dabei. «Das hat bestimmt geholfen. Dafür musste ich zum ersten Mal ein Toitoi aufsuchen.»

Zu seiner eigenen Überraschung hatte er trotz der Hitze keine Probleme mit der Nahrungsaufnahme. Entsprechend ging er nach den 180 Radkilometern «zwäg» (Nachricht von Nicole) auf die Marathonstrecke. Die erste Runde sei wegen der Umstellung vom Rad aufs Laufen noch etwas harzig gewesen, danach lief aber alles rund.

Dass er im Ziel mit einer Gesamtzeit von 10:40:25 Stunden (Rang 42 in der Altersklasse) rund 25 Minuten langsamer als vor einem Jahr war, störte ihn nicht. «Ich bin mit meiner Leistung zufrieden», sagte er. Mit Familie und Beruf würde einfach nicht mehr Training drinliegen. Für ihn sei es ein Hobby, mehr investieren könne er nicht.

Trotzdem werde er im nächsten Jahr wieder versuchen, schneller zu sein. Die neunte Teilnahme scheint also bereits festzustehen. Dann herrschen vielleicht auch etwas leistungsfreundlichere Temperaturen.

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