«Hey, aber hallo!», ruft Toni Lisibach aufgebracht seinen Schützlingen zu, nachdem sie im Spiel gegen den HSV Säuliamt den Ball verloren haben.

Lisibach trainiert ein U13-Team des HC Dietikon-Urdorf (Dietikon-Urdorf Waves), das sich an diesem Sonntagnachmittag mit vier anderen Mannschaften aus der Region misst. Der erfahrene Coach, der auch für die U18-Auswahl des HCDU als Assistenztrainer mitverantwortlich ist, behandelt die Kleinen nicht nur in dieser Szene wie Grosse. «Du hast nichts im Spiel gemacht, daher habe ich dich rausgenommen», sagt er etwa zu einem Jungen, nachdem er ihn ausgewechselt hat.

Für Lisibach ist aber der Tabellenplatz am Ende des Turniertags indes nicht entscheidend. «Es geht vor allem darum, dass die Kinder etwas ausprobieren können», erklärt er. «Hier können sie auch mal aus der Distanz schiessen, sie sollen einfach etwas versuchen - und sauber zusammenspielen.»

Das klappt gegen Säuliamt an diesem Nachmittag allerdings weniger gut als zuvor gegen die Mädchen von GC Amicitia. Gegen die Zürcherinnen beweisen die jungen Limmattaler, dass sie mannschaftsdienlich auftreten. Auch der Jüngste der Truppe, der erst sieben Jahre alt ist, erhält den Ball zugespielt. «Dass auch er in die Spielzüge einbezogen wird, ist faszinierend», lobt Lisibach.

Interessenschwund ab 15 Jahren

Das U13-Turnier, das monatlich jeweils an einem anderen Ort im Kanton Zürich stattfindet, soll natürlich auch der Nachwuchsförderung dienen. Denn wenn sie in die Pubertät kommen, nimmt das Interesse der Kinder am Handball deutlich ab. «Bei Jugendlichen ab 15 Jahren haben wir grosse Probleme, Spielerinnen und Spieler zu finden», sagt Lisibach. Das bestätigt auch Mathias Camenzind, der Organisator des Turniers und zugleich Sportchef des HC Dietikon-Urdorf. «Wir haben ein Loch zwischen Junioren und Aktiven», sagt er. «Das betrifft Jungen wie Mädchen, wobei die Situation bei den Mädchen schlimmer ist.» Vor allem in der Kategorie U14 sei der Kader sehr knapp.

Entsprechend will Camenzind das U13-Turnier aufwerten, um die Kinder schon vor der Pubertät für das Handball zu gewinnen. Dafür hat er verschiedene Ideen: «Man könnte zum Beispiel die Junioren am Morgen mit zwei, drei Spielern aus der ersten Mannschaft trainieren lassen», schlägt er vor. «Am Nachmittag würde dann das Turnier starten, und die 1.-Liga-Spieler würden den Junioren zusehen.» Oder man könne allenfalls ein Turnier organisieren, wenn die Cracks der ersten Mannschaft ein Spiel haben.

Toni Lisibach, dessen Mannschaft an diesem Nachmittag übrigens im vierten Schlussrang landet, glaubt, dass man den Nachwuchs so gut wie möglich ans Team binden sollte. Vielleicht eine Strategie, damit man künftig wieder mehr junge Handballer in den Limmattaler Hallen sieht.