Eishockey
Impotenter EHC Urdorf – kein Team erzielt weniger Tore

Das Problem steht vor dem Doppelpunkt. 4:18 lautet das Torverhältnis der Urdorfer nach vier Spielen. So wenig Treffer hat in der laufenden Saison kein anderes 2.-Liga-Team hierzulande erzielt.

Raphael Biermayr
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Grund zur Hoffnung: Das Comeback von Tobias Landis (hinten, mit Philipp Hensler) ist vielversprechend.

Grund zur Hoffnung: Das Comeback von Tobias Landis (hinten, mit Philipp Hensler) ist vielversprechend.

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Auch im jüngsten Vergleich mit dem Aufsteiger Valle Verzasca gelang den Limmattalern nicht mehr als ein Treffer. Dass es dafür einen Punkt gab, ist schmeichelhaft für sie. Bezeichnend für die Misere in der Offensive: Bei der 1:2-Niederlage traf keiner der vier Urdorfer im Penaltyschiessen.

Der letzte Schütze war Sandro Duttweiler. In der 27. Minute noch herausragend mit einem magistralen Pass zum Ausgleichstreffer von Nils Schweri, gab er im Shootout ein besonders trauriges Bild ab: Nach dem Fehlversuch strauchelte er, fiel auf das Eis und prallte rücklings gegen die Bande, wo er wie ein Häufchen Elend eine Zeitlang verweilte.

Extremer als vor zehn Jahren

Der 42-jährige Sandro Duttweiler war schon in der verheerenden 2.-Liga-Saison 2003/04 dabei, nach der die «Stiere» sang- und klanglos wieder abstiegen. Damals hatten sie nach vier Partien sogar ein Tor mehr auf dem Konto. «So etwas wie jetzt habe ich noch nie erlebt», sagt der Routinier denn auch.

Eine Antwort darauf, woher die Impotenz rührt, hat er nicht. An der fehlenden Abstimmung fehle es nicht. «Wir haben mehr Leute im Training als in der letzten Saison», stellt er fest. Was augenscheinlich fehlt im Vergleich zur vergangenen Spielzeit ist die Euphorie. Duttweiler bestätigt das und sagt: «Die zweite Saison nach dem Aufstieg ist immer schwieriger.»

In Panik verfällt er nicht. «Wir sind immer für eine Überraschung gut», ist er überzeugt.

Landis und Hensler gefallen

Trotz der neuerlichen Niederlage mit nur einem Treffer gibt es einen Hoffnungsschimmer: Tobias Landis, Urdorfs Topskorer der vergangenen Spielzeit, hat gegen die Tessiner sein Saisondebüt gegeben. Auch er hatte an einer Knieverletzung laboriert.

Der Powerflügel war sogleich ein belebendes Element. Mit Center Philipp Hensler und Ivo Müller bildete er eine Linie, von der regelmässig Gefahr ausging. Im Abschluss versagten aber auch sie: Landis scheiterte zweimal aus aussichtsreicher Position, Hensler gar dreimal.

In der Verlängerung stand Letzterem für einmal nicht das Unvermögen, sondern das Pech im Weg: Henslers Schuss knallte gegen die Lattenunterkante und sprang von der Torlinie zurück in den Slot.

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