Eishockey
Im Tierreich ist das Duell zwischen SCB und ZSC fast ausgeglichen

Ab morgen spielen der SC Bern und die ZSC Lions um den Schweizer-Meister-Titel. Die az zieht einen Vergleich zwischen den beiden maiestätischen Tieren dem Bären und dem Löwen und sagt Ihnen, wer im Tierreich den Pokal holen würde.

Ralph Heiniger
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Bernd Schildger, Direktor des Tierparks Dählhölzli:

Bernd Schildger, Direktor des Tierparks Dählhölzli:

Sie sind an der Spitze der Nahrungskette. Stark, mächtig und furchteinflössend. Der Bär als Berner Wappentier und der Löwe als Schildhalter Zürichs gehören zu den gefährlichsten Tieren auf unserem Planeten. Aber wer ist stärker? Wer würde sich in einem Zweikampf auf Leben und Tod durchsetzen?

«Das ist ganz klar: der Bär gewinnt», sagt Bernd Schildger, Direktor des Tierparks Dählhölzli. Er verweist zuerst auf das ungleiche Kampfgewicht. «Ein Bär wiegt bis zu 850 Kilogramm. Ein Löwe wird maximal 280 Kilo schwer.» Die Angriffe des Löwen würden vom Bären abprallen. «Der Bär ist gutmütig, er würde Angriffe des Löwen zuerst hinnehmen und dann mit seinen Pranken hart zurückschlagen.»

Auch Jürg Hadorn, der für die neue Bärenanlage im Dählhölzli verantwortlich ist, sieht Vorteile für den Bären. «Der Bär ist der bessere Athlet.» Das Berner Wappentier kann schwimmen, klettern und mit grosser Ausdauer laufen. Mit seiner Kraft und seiner Ausdauer ist er dem Löwen überlegen. «Der Bär ist vielseitiger und robuster.» Mit seinen Krallen könne der Löwe den Bären zwar verletzen, aber: «Der Bär hat ein dickes Fell und darunter noch ordentlich Speck.» Der Löwe hat die schärferen Krallen, der Bär könne aber härter zuschlagen.

Löwe sucht Sudden Death

Was die Bisskraft betrifft will sich Hadorn nicht festlegen. Beide Tiere haben lange, scharfe Eckzähne. In diesem Bereich wäre das Duell ausgeglichen.

In einem schnellen, tödlichen Biss sieht Cordula Galeffi, Kuratorin vom Zoo Zürich, die grosse Chance für den Löwen. «Der Löwe ist schneller und wendiger als der Bär. Er sucht auf der Jagd sofort den tödlichen Kehlbiss.» Die Zürcherin sieht keines der beiden Tiere im Vorteil. Sie spricht von einem «sehr ausgeglichenen Duell.» Galeffi gibt zu bedenken, dass der Löwe ein Rudeltier ist, welches auch im Rudel jagt, während der Bär als Einzelgänger unterwegs ist. Ausserdem sei der Bär weniger kampferprobt als der Löwe. «Der Bär ist ein Allesfresser. Er kämpft allenfalls um ein Weibchen oder um Nahrungsressourcen. Der Löwe hingegen jagt für sein Essen. Er ist den Angriff gewohnt. Und er ist der König der Tiere».

Der SCB im Vorteil

Dass sich ein Duell zwischen Bär und Löwe in freier Wildbahn abspielt, ist wegen den unterschiedlichen Lebensräumen nahezu unmöglich. Das betonen sowohl die Vertreter vom Dählhölzli, wie die Kuratorin des Zürcher Zoos. Dennoch erlauben wir uns aus dem fiktiven tierischen Duell einige Schlussfolgerungen für den Palyoff-Final zu ziehen.

1. Je länger die Serie dauert, desto grösser sind die Chancen des SCB. Klar, schliesslich hat ja der Bär die bessere Ausdauer und die grösseren Kraftreserven.

2. In einer Overtime wären die ZSC Lions im Vorteil. Logisch, denn in der freien Natur sucht der Löwe mit dem Kehlbiss den Sudden Death.

3. Der SCB geht mit mehr Selbstvertrauen in dieses Duell. Eindeutig, denn die beiden Berner Tierexperten sehen den Bären klar im Vorteil während die Zürcher Kuratorin lediglich von einem ausgeglichenen Duell spricht.