Fussball 2. Liga Interregional
«Ihr seid alle blind» — FC Dietikon dank umstrittenen Ausgleich zu glücklichem 2:2

Der FC Dietikon musste bei der zweiten Mannschaft des FC Wohlen lange auf den Ausgleich warten. Nach einer frühen Führung, verloren die Dietiker den Faden, kämpften sich aber zurück. Das 2:2 kurz vor Schluss war allerdings sehr umstritten.

Leo Eiholzer
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Aleandro Norelli (l.) musste bereits in der 40. Minute vom Feld

Aleandro Norelli (l.) musste bereits in der 40. Minute vom Feld

Foto Wagner – Alexander Wagner

„Ihr seid alle unglaublich blind“, rief Wohlen-2-Trainer Alessio Passerini dem Linienrichter entgegen, kurz zuvor hatte der Dietiker Tiago Ribeiro in den 91. Minute zum rettenden 2:2 eingeschossen. Grund für die unfreundliche Wortwahl war ein angebliches Handspiel eines Dietikers unmittelbar vor dem Tor. Dietikon-Trainer Goran Ivelj widersprach: „Sie haben ständig reklamiert, ich kann sie nicht ernst nehmen.“

Nach dem Spiel sagte Passerini immer noch: „Alle im Stadion haben das Handspiel gesehen, nur die drei Blinden nicht.“ Das emotionale Ende passt zu diesem Spiel, das durch Hochs und Tiefs beider Mannschaften geprägt wurde.

Die Wohler Verteidigung agierte zu Beginn sehr aufmerksam. Die Dietiker mussten daher überlegt angreifen. Sie spielten den Ball eher einmal zurück in die zweite Reihe, als etwas zu riskieren. Es brauchte ein Missgeschick, um Leben in die Partie zu bringen: Nach einem Steilpass Joao Paivas stolperte der Wohler Davide Giampa. Die offerierte Chance konnte Dragan Durovic zum frühen 1:0 nutzen.

Die frühe Führung machte die Dietiker leichtsinnig. Es brannte lichterloh im Strafraum des FCD. Nico Abegglen setzte sich in der 32. Minute durch. Als Reaktion darauf rief FCD-Torhüter Predrag Pribanovic seinem Trainer zu: „Goran, Wechsel!“ Er meinte damit den angeschlagenen Verteidiger Aleandro Norelli. Dieser hatte beim Gegentor nicht gut ausgesehen. Der Dietiker Trainer Ivelji schickte daraufhin Ivan Moreno zum Einlaufen.

In der 39. Minute konnten Lotti und Seferi im Dietiker Strafraum ungestört agieren. Pribanovic war bei Lottis Schuss aus wenigen Metern Distanz chancenlos. Der Wohler Doppelschlag forderte seinen Tribut: Norelli wurde durch Moreno ersetzt. Trainer Ivelj sagte: „Er ist ein junger Spieler, er war angeschlagen und hat deshalb unglücklich ausgesehen.“ Ivelj war froh um die Intervention seines Torhüters: „Predrag ist meine rechte Hand, er steht auf dem Spielfeld und sieht was passiert.“ Dennoch half der Wechsel nicht. Die Dietiker konnten um den Halbzeitpfiff froh sein.

Der Frust der Dietiker über den ausbleibenden Ausgleich entlud sich in der 65. Minute: Captain Naim Haziri quittierte Marjanovics Provokationen mit einer leichten Ohrfeige. Er erhielt dafür eine Gelbe Karte. Ivelj war nur wenige Meter von der Szenerie entfernt: „Marjanovic hat Haziri schon im Hinspiel provoziert. Heute hat er auch noch mich beleidigt. Das ist einfach kein Fairplay.“ Die Spieler des FCD verpulverten ihre Energie häufig bei Diskussionen mit dem Schiedsrichter, anstatt den Ausgleich zu suchen.

Wegen einiger Unterbrechungen liess der Unparteiische fünf Minuten nachspielen. Ivelj sagte nach dem Spiel: „Ich habe immer an den Ausgleich geglaubt.“ Sein Vertrauen war berechtigt. Nach einem Eckball spedierte Tiago Ribeiro den Ball zum umstrittenen 2:2 Ausgleich ins Tor und rettete seinem Team einen Punkt. Ivelj hat eine Erklärung für die Achterbahnfahrt: „Wir sind physisch noch nicht auf dem richtigen Level, aber wir haben jetzt zwei Wochen Zeit, um uns zu verbessern.“ Dietikon trifft am 22. April zuhause auf den FC Iliria.