Schlieren

«Ich wollte ihn schon vor einem Jahr holen» – der Aufstiegsheld ist zurück als Sportchef des FC Schlieren

Gute Stimmung auf dem Zelgli: Co-Präsident Marco Seifriz und Sportchef Antonio Caputo.

Gute Stimmung auf dem Zelgli: Co-Präsident Marco Seifriz und Sportchef Antonio Caputo.

Am 23. August wird der 2.-Ligist FC Schlieren in die neue Fussball-Saison 2020/21 starten. Mit dem neuen Sportchef Antonio Caputo und dem positiv gestimmten Co-Präsident Marco Seifriz.

Die Stimmung könnte nicht besser sein, als sich Marco Seifriz, Co-Präsident des FC Schlieren, und Antonio ­Caputo, der neue Sportchef, zum ­Interview auf dem Zelgli einfinden. Die Sonne scheint auch kurz vor 20 Uhr noch vom wolkenlosen Himmel, auf dem Hauptplatz trainiert die 1. Mannschaft und in der Sportplatz-Beiz herrscht Betrieb. Vom ­Corona-Blues der letzten Wochen und Monate ist ­wenig zu spüren. ­Zudem: Am Abend zuvor hat der ­Schlieremer Gemeinderat die Vorlage für das 4,3 Millionen teure neue ­Garderobengebäude klar angenommen. Im Herbst stimmt das Volk über die Sache ab.

Marco Seifriz, sind Sie erleichtert darüber, dass Ihr Verein neue Garderoben erhalten wird?

Marco Seifriz: Halt, halt. Entschieden ist noch gar nichts, das Stimmvolk wird letztlich den Ausschlag geben. Aber ich darf sagen, dass wir der Abstimmung am 27. September sehr positiv entgegenblicken. Wir müssen jetzt einfach weiter Werbung machen für unser Anliegen.

Und wenn die Vorlage an der Urne abgelehnt wird?

Seifriz: An ein solches Szenario wollen wir beim FC Schlieren gar nicht denken. Es liegt jetzt an uns, die Be­völkerung für unser Anliegen zu ­sensibilisieren. Die Notwendigkeit ­neuer Garderoben steht ausser Frage. Und das im Neubau integrierte ­Vereinshaus bietet eine ideale ­Möglichkeit für ein Restaurant.

Dass die Eröffnung voraussichtlich für kommenden Sommer geplant ist, trifft sich gut …

Seifriz: Ja, dann feiert der Fussball-Club Schlieren seinen 100. Geburtstag.

Vereinsjubiläum, neues Garderobengebäude – und Aufstieg in die 2. Liga interregional?

Antonio Caputo (schmunzelt): Wir wollen den Ball lieber mal flach halten. Ich bin neu im Verein, die 1. Mannschaft hat einen Umbruch hinter sich (acht neue Spieler, Anmerkung der Redaktion) – das muss sich alles zuerst einmal einspielen.

Einverstanden. Aber mit Ivan Medakovic, Marco Rago und Marco Amore kamen drei Spieler aus Wettingen mit Erfahrung in der 2. Liga inter, zudem brachten Sie fünf Altstetter Akteure mit. Die Fans werden einen Platz vorne in der Rangliste erwarten.

Antonio Caputo: Und das dürfen und sollen sie auch. Wir gehen schliesslich auf den Platz, um zu gewinnen. Wie weit nach vorne es schliesslich reichen wird, das hängt von vielen Faktoren ab.

Sie waren vier Jahre weg vom Verein, jetzt sind Sie wieder zurück als Sportchef. Warum?

Caputo: Weil es sich so ergeben hat. Ich habe den Kontakt zum FC Schlieren nie ganz abgebrochen. Jetzt war einfach der richtige Zeitpunkt. Ich freue mich auf die neuen Herausforderungen. Als Schlieremer ist der FCS zu einer Herzensangelegenheit für mich geworden. Seifriz (schmunzelt): Ich wollte ihn schon vor einem Jahr zu uns holen, doch er blieb noch in Altstetten. Jetzt hat es geklappt – und das freut mich persönlich natürlich sehr.

Eine nicht unwichtige Rolle hat offenbar Gianni Votta, der bis­herige Sportchef, gespielt.

Caputo: Korrekt. Gianni ist mein bester Freund, wir sind mit unseren Familien in Schlieren auch Nachbarn. Zudem habe ich mit ihm damals beim FC Birmensdorf schon erfolgreich zusammengearbeitet.

Im Sommer 2016 haben Sie den FC Schlieren verlassen. Wie haben Sie aus der Ferne den Verein in den vergangenen vier Jahren wahrgenommen?

Caputo: Ich denke, das Potenzial wurde sportlich nicht ganz ausgeschöpft. Die Mannschaft spielte immer wieder gegen den Abstieg.

Und in Zukunft?

Caputo: Wir wollen versuchen, uns nach oben zu orientieren …

Rauf in die 2. Liga inter?

Caputo: Sie lassen wohl nicht locker (lacht). Vom Aufstieg habe ich nichts gesagt. Mein Ziel ist es, einfach eine ruhige Saison zu spielen und möglichst rasch genügend Punkte auf dem Konto zu haben, um nicht in den Abstiegskampf verwickelt zu werden.

Jetzt stapeln Sie aber sehr tief.

Caputo: Warten wir die ersten Partien ab, dann sehen wir weiter.

Marco Seifriz, kann der Aufstieg ein realistisches Ziel für den FC Schlieren sein?

Seifriz: Wir sind nach den Transfers meiner Meinung nach konkurrenzfähig und wollen versuchen, in der vorderen Hälfte mitzuspielen. Ein Aufstieg ist aus Sicht des Vorstands kein Muss.

Stichwort neue Spieler: Wieviel «Schlieren» steckt noch in der 1. Mannschaft? Oder anders gefragt: Ist die Identifikation der auswärtigen Spieler mit dem Verein gegeben?

Caputo: Darauf lege ich grossen Wert. Wir wollen erfolgreich spielen, uns aber auch im Verein einbringen. Zum Beispiel nach einem Heimspiel mit den Zuschauern plaudern, uns einfach ein paar Minuten Zeit nehmen für die Fans.

Wie beurteilen Sie die Nachwuchsarbeit? Kommen da potenzielle Spieler für die 1. Mannschaft nach?

Caputo: Da bin ich sehr zuversichtlich. Es wird meiner Meinung nach sehr gute Arbeit geleistet. Aber es braucht Zeit, bis die Jungen bereit sind für den Sprung in den Aktivfussball. Da muss man schon realistisch sein.

In naher Zukunft wird der FC Schlieren demnach weiterhin Spieler von auswärts holen müssen. Zu welchem Preis?

Seifriz: Falls Sie Lohnzahlungen ansprechen: Keiner erhält vom Verein Geld dafür, dass er unser schönes gelbblaues Dress überstreift. Dafür bieten wir ein sehr angenehmes Umfeld mit Tenüwäsche und Trainingslager. Nur um zwei Beispiele zu nennen.

Werfen wir einen Blick ins kommende Jahr. Der FC Schlieren wird 2021 seinen 100. Geburtstag feiern. Was ist an Feierlichkeiten geplant?

Seifriz: Noch gar nichts. Wegen Corona sind alle Vorbereitungsarbeiten auf Eis gelegt worden. Wie wir feiern werden ist noch offen. Dass wir unseren runden Geburtstag gebührend feiern werden, ist hingegen keine Frage …

Und wenn der Verein auch gleich noch das neue Garderobengebäude einweihen darf …

Seifriz (schmunzelt): … wird die Party noch grösser. Im Ernst: Die Abstimmung am 27. September steht zuoberst auf der Traktandenliste. Die Jubiläumsfeier folgt gleich dahinter.

Zur Person:

Nach vier Jahren ist Antonio Caputo zurück beim FC Schlieren. Mit dem 45-jährigen Italiener kehrt jener Mann auf das Zelgli zurück, welcher im Sommer 2014 den Verein als Chefcoach in die 2. Liga geführt hatte, dies notabene nach 27 Jahren Absenz. Caputo setzte mit diesem Aufstieg seinen drei Jahren an der Seitenlinie des FC Schlieren die Krönung auf. Nach der Promotion führte er das Team direkt auf Rang drei. Danach überliess er seinen Platz seinem Nachfolger Davide Molinaro und wurde unter dem damaligen Vereinspräsidenten Mauro Fulginei Sportchef. Im Sommer 2016 verliess Caputo das Zelgli wieder, ging als Trainer zum eben in die 3. Liga abgestiegenen FC Birmensdorf und stoppte dort mit einem zweiten Schlussrang den sportlichen Niedergang kurzzeitig. 2017 heuerte er beim FC Altstetten an und führte Grünweiss als Cheftrainer gleich zurück in die 2. Liga. Nun kehrt Caputo wieder auf die Limmattaler Bühne zurück und übernimmt beim FC Schlieren zum zweiten Mal nach 2015 den Posten des Sportchefs.

Nach vier Jahren ist Antonio Caputo zurück beim FC Schlieren. Mit dem 45-jährigen Italiener kehrt jener Mann auf das Zelgli zurück, welcher im Sommer 2014 den Verein als Chefcoach in die 2. Liga geführt hatte, dies notabene nach 27 Jahren Absenz. Caputo setzte mit diesem Aufstieg seinen drei Jahren an der Seitenlinie des FC Schlieren die Krönung auf. Nach der Promotion führte er das Team direkt auf Rang drei.

Danach überliess er seinen Platz seinem Nachfolger Davide Molinaro und wurde unter dem damaligen Vereinspräsidenten Mauro Fulginei Sportchef. Im Sommer 2016 verliess Caputo das Zelgli wieder, ging als Trainer zum eben in die 3. Liga abgestiegenen FC Birmensdorf und stoppte dort mit einem zweiten Schlussrang den sportlichen Niedergang kurzzeitig. 2017 heuerte er beim FC Altstetten an und führte Grünweiss als Cheftrainer gleich zurück in die 2. Liga. Nun kehrt Caputo wieder auf die Limmattaler Bühne zurück und übernimmt beim FC Schlieren zum zweiten Mal nach 2015 den Posten des Sportchefs.

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