Fussball
«Ich schliesse aus, dass uns 20 Spieler verlassen werden»

Der FC Dietikon wird kaum mehr auf einen Abstiegsplatz in der 1. Liga fallen. Dennoch halten sich die Spieler mit Zusagen für die Zukunft zurück. Das neue Team hat noch kein Gesicht. Die Zeit wird knapp.

Raphael Biermayr
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Die Dietiker hatten in der abgelaufenen Saison einiges zu bejubeln.

Die Dietiker hatten in der abgelaufenen Saison einiges zu bejubeln.

Raphael Biermayr

Der FC Dietikon gehört zwar dem unteren Tabellendrittel an. Langweilig wird es bei Matches des Aufsteigers aber nie. Die jüngsten Beispiele stehen dafür. Sowohl gegen Seuzach als auch gegen Muri herrschte Spektakel pur. Die Krux aus Dietiker Sicht: Beide Matches verloren sie bitter (1:2 respektive 2:3). Deshalb ist der Verbleib in der 1. Liga noch immer nicht sicher, sondern nur sehr wahrscheinlich: Es ist nicht davon auszugehen, dass die sechs Punkte zurückliegenden Equipen des Team Ticino sowie Thalwil in den letzten zwei Runden noch über sich hinauswachsen.

Zeit wird knapp

Aber es ist eben möglich, was zu Komplikationen führt hinsichtlich der Zusammenstellung eines neuen Teams. Sportchef Pietro Iellamo hat einige Gespräche mit aktuellen Kaderspielern geführt. Das Ergebnis per letzten Donnerstag: «Zurzeit haben wir noch keinen Vertrag mit einem Spieler für die nächste Saison. Es gibt erst mündliche Zusagen.» Iellamo bestätigt den Eindruck, dass die Zeit sehr knapp sei, «aber ich schliesse aus, dass uns 20 Spieler verlassen werden.»

Es ist nicht nur die Frage der Ligazugehörigkeit, die die aktuellen Dietiker Akteure auf Zeit spielen lässt. «Viele haben Anfragen von anderen Vereinen», weiss Iellamo, der in diesem Zusammenhang wie gewohnt auf die «bescheideneren finanziellen Möglichkeiten» im Vergleich zu Mitkonkurrenten verweist.

Eine Personalie nimmt offenbar eine günstige Wendung für die Limmattaler. Im vergangenen Sommer schien klar, dass Goalgetter Luca Dimita die letzte Saison auf der Dornau bestreiten wird. Der 33-jährige Gipsermeister hat das Geschäft seines Vaters übernommen und ist entsprechend zeitlich gebunden. Er sprach davon, seine Karriere in seinem Stammverein Bülach (3. Liga) zu beenden. Doch gemäss Iellamo hat Dimita in der laufenden Woche positive Signale ausgesandt, was eine Zukunft im FCD betrifft: «Wenn wir ein tolles Team zusammenstellen, bleibt er wohl.» Auf seine eigene Zukunft angesprochen, reagiert Iellamo ungewohnt zurückhaltend und sagt ausweichend: «Wir sprechen jetzt über die Zukunft der Spieler, nicht des Sportchefs.» Iellamo hatte schon vor zwei Jahren ein mögliches Ende angedeutet. Nach dem sich abzeichnenden Ligaerhalt könnte seine Mission als Sportchef nach sieben Jahren bald zu Ende gehen.

Bis dahin bleibt noch eine Menge Arbeit. Nach den Vorstellungen von Goran Ivelj soll künftig eine «junge und hungrige» Mannschaft auf dem Platz stehen, die sich auch durch Kontinuität in ihrer Zusammensetzung auszeichnet. Engagements von Sprachschülern und Touristen, die sich nur wenige Monate in der Schweiz und damit im Verein aufhalten dürfen, sollen der Vergangenheit angehören. Die aktuell darunter fallenden Tasic, Beric und Miodragovic stehen entsprechend als Abgänge fest.