Unihockey
«Ich hatte nie zuvor so ein gutes Gefühl»

Der 28-jährige Roger David geht heute in seine zehnte Saison im hiesigen Unihockey.

Raphael Biermayr
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Roger David war in der vergangenen Spielzeit Topskorer von Unihockey Limmattal. jaus/archiv

Roger David war in der vergangenen Spielzeit Topskorer von Unihockey Limmattal. jaus/archiv

Limmattaler Zeitung

«Ich bin so einer.» Roger David gehört zu einer eigenen, gar nicht so seltenen Spezies von Sportlern. Wenn die Saison zu Ende ist, drängen sich ihnen Rücktrittsgedanken auf. Durch die Vorbereitung retten sie sich mit Durchhalteparolen – der Klassiker: «Das wird sowieso meine letzte Saison.»

Die darauf folgende Spielzeit stehen sie dann doch wieder auf dem Parkett. Ein Perpetuum mobile, das zwangsläufig zur Folge hat, dass man irgendwann der Dienstälteste ist. Bei David ist es jetzt so weit. Da Torwart Tobias Marti kürzertritt, ist der 28-jährige Urdorfer, der jetzt in Dietikon wohnt, der Teamsenior. Der Jura-Student sagt vor seiner heute beginnenden zehnten ganzen Saison unverbindlich: «Wenn wir den Aufstieg nicht schaffen, kann es gut sein, dass das meine letzte ist. Und wenn wir in der 1.Liga sind, weiss ich nicht, ob ich mehr trainieren will.»

An die Vergangenheit anknüpfen

Seine ersten Spiele für das Fanionteam bestritt er 2001/02. Damals gab es mit den UHC Urdorf und OetwilGeroldswil (den späteren Limmat Sharks) zwei sich konkurrenzierende Vereine in der Region. Und damals waren diese noch wer in der boomenden Sportart: Die Frauen spielten in der NLB, die Männer liebäugelten mit der 1. Liga. Heute gibt es mit Unihockey Limmattal einen Verein, die Frauen spielen in der tiefsten Liga und für die Männer geht es wieder Richtung 3.Liga – dorthin, wo sie in der Spielzeit 2007/08 schon waren. Gibt es jemals wieder 1.-Liga-Ambitionen in der Region? «Ich hatte nie zuvor so ein gutes Gefühl wie diesmal», sagt Roger David wie aus der Pistole geschossen. Er lobt «den Enthusiasmus der Jungen» und «das grosse Potenzial», das in der Mannschaft steckt.

Verblenden lässt er sich angesichts dessen nicht, dafür kennt er die Mannschaft zu gut. Nicht alle hätten sich leicht getan, mit der Beförderung «der jungen Frau» Jasmin Wani von der Assistentin zur Cheftrainerin umzugehen. Überhaupt sei das Team nicht leicht zu führen. «Wir haben sehr viele Spassvögel», sagt David.

Der Grat zwischen lustig und lästig sei daher schmal. «Jasmin macht immer gute Miene zum bösen Spiel. Sie hat jetzt mit Jannis (Ex-Spieler Joannis Stavropoulos, Anm. d. Red.) einen lautstarken Assistenten zur Seite», sagt David. Seine eigene Rolle ist klar: «Früher gehörte ich auch zu den Sprücheklopfern, heute nervt mich das oft. Als Vize-Captain unterstütze ich Jasmin und Joannis und helfe so mit, dass die Konzentration nicht ganz verloren geht.» Die mangelnde Konzentration – in diesem Punkt lauere die grosse Gefahr für das Team nach ansprechenden Wochen der Vorbereitung. «Wir testeten fast ausschliesslich gegen Erstligisten und verloren nie. Das bewog einige dazu, die Sache nicht mehr ganz so ernst zu nehmen. Da müssen wir aufpassen.»

Lob von Trainerin Wani

Roger David hat nicht nur wegen seines Dienstalters Autorität im Team. In der vergangenen Spielzeit war er mit 32 Punkten Topskorer. Die Nummer 13 (eine scherzhafte Hommage an seinen Ex-Mitspieler und späteren Trainer Beat Schmid) scheint unverzichtbar für UHL Trainerin Wani sagt über ihn: «Roger ist nicht nur ein Urgestein unserer Klubs, sondern auch ein unglaublich talentierter Spieler, schnell und treffsicher. Mit seinem Talent hätte er auch weiter oben spielen können.» Hält er seinen Status, überlegt sich Roger David vielleicht doch noch einmal, ob er aufhören soll.