Monica Di Fonzo hat ihren Sechs-Monate-Vertrag mit dem FC Schlieren nicht verlängert. Die ehemalige Nationalspielerin gab dafür berufliche Gründe an. In einem Rückblick auf das vergangene halbe Jahr in der Nationalliga A zieht Di Fonzo eine durchzogene Bilanz. Auf der einen Seite lobt sie die Fortschritte, die einige ihrer Schützlinge gemacht hätten. Andererseits hätte sich die 34-jährige Tessinerin «mehr Verantwortung und mehr Einsatz von gewissen Spielerinnen» gewünscht.

Das Aufsteigerteam habe zwar ein gemeinsames Ziel - den Klassenerhalt - festgelegt, aber nicht alle hätten gleich fokussiert darauf hingearbeitet. «Ziele setzen kann jeder», hält die Ex-Trainerin fest, die als resolut bekannt ist, «aber was ich letztlich dafür gebe, das ist das Entscheidende.» Sie konzentriert sich nun auf ihre berufliche Situation und legt ihr Engagement für den Fussball erst einmal beiseite.

Sportchefin erteilt keine Auskunft

Schlierens Sportchefin Anita Lindegger bestätigte den Abgang von Di Fonzo gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Sie zeichnet im Gespräch mit ihm zwei Szenarien für die Zukunft: Entweder ein Nothelfer übernehme bis zum Saisonende oder ein Trainer arbeite langfristig und ligaunabhängig. Gegenüber der Limmattaler Zeitung war Lindegger zu keiner weiteren Stellungnahme bereit. Darum hat diese Zeitung ihre eigene Top 3 der möglichen Nachfolger von Di Fonzo zusammengestellt.

• Robi Zubler Der bisherige Assistent von Monica Di Fonzo würde sich bestens für die Nachfolge eignen. Er weiss, wo es brennt, und kennt die Spielerinnen. «Der Trainerposten würde mich reizen. Von meiner Seite besteht die Bereitschaft», sagt Zubler auf Anfrage. «Dass der Assistent den Chefposten übernimmt, ist ja momentan sowieso in - siehe Heiko Vogel», fügt er lachend an. Das Gespräch mit dem Verein stehe aber noch aus.

• Roger Gutweniger Der Vorgänger von Monica Di Fonzo führte das Team in die NLA zurück und genoss allgemein Anerkennung. Er war auch während der Vorrunde öfter am Spielfeldrand zu sehen. «Vom Herz her würde ich diese Aufgabe sofort gerne übernehmen, aber ich trete im Februar eine längere Reise an, daher ist das Traineramt keine Option für mich.»

• Sheila Loosli Die frühere Captain und Topskorerin kennt die Gegebenheiten auf dem Zelgli und könnte frischen Wind ins Team bringen. «Niemals», lautete jedoch ihre eindeutige Antwort. «Einerseits könnte ich von meinem beruflichen Engagement her höchstens als Assistenztrainer fungieren. Andererseits ha-be ich mit dem FC Schlieren abgeschlossen.»