Eiskunstlauf
«Ich habe kein Problem damit, der einzige Junge zu sein»

Bei der Kürkonkurrenz in Urdorf waren über 100 Läuferinnen und Läufer am Start. Noah Heller ist einer der wenigen Herren am Wettkampf. Die Herren sind an der Kürkonkurrenz traditionell in der Minderzahl.

Michel Sutter
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Kürkonkurrenz in Urdorf
14 Bilder
Noelia Garriz.
Vivienne Reimann, 3. Rang im 1. Sternli.
Janine Lüscher, Siegerin Intersilber.
Alegra Milesi.
Anna Ledergerber.
Laura del Curto haz vor kurzem den Interbronze-Test bestanden und damit die SEV (Schweizerischer Eislaufverband)-Kategorien erreicht.
Catherine Lüthi.
Luzia Hemmeler, Siegerin 1. Sterinli.
Vivienne Meyer, 2. Rang 1. Sternli.
Noah Heller
Sinja De Crom, Siegerin Silber.
Siegerehrung 1. Sternli - eine reine Urdorfer-Angelegenheit.
Siegerehrung Intersilber.

Kürkonkurrenz in Urdorf

Sonntagmorgen, Kunsteisbahn Urdorf. Noah Heller lächelt. Gerade hat er seine Kür absolviert und eine gute Leistung gezeigt. Die Sprünge und die Pirouetten sind ihm einwandfrei gelungen, sein Lauf sah sehr sicher aus. «Ich bin mit der Kür sehr zufrieden», sagt er deshalb. Nun hofft er, dass es in der Kategorie 3. Sternli bei den Herren zum Sieg reicht. Schliesslich hat er mit Christian Murer nur einen Konkurrenten.

Die Herren sind an der Kürkonkurrenz traditionell in der Minderzahl. Ein Gefühl, mit dem Noah bereits bestens vertraut ist – vom Training bei seinem Verein, dem Eislaufclub Urdorf. Dort trainiert Noah unter lauter Mädchen. Für den 11-Jährigen, der gleich in der Nähe der Kunsteisbahn wohnt, aber kein Problem. «Alle sind sehr nett», versichert er. «Und wir geben einander Tipps.»

Dass sich Noah und seine Kolleginnen vom EC Urdorf gut verstehen, kann auch Trainer Daniel Galliker bestätigen. Noahs Anwesenheit habe zudem einen positiven Nebeneffekt. «Wenn die Mädchen untereinander diskutieren, hören sie plötzlich auf, wenn Noah hinzukommt», sagt Galliker und schmunzelt. «Noah sorgt sozusagen dafür, dass es im Team mehr Ruhe gibt.»

Noah geniesst also eine Art Sonderstatus bei seinen Eislaufkolleginnen, mit denen er relativ viel Zeit auf dem Eis verbringt. Bis zu fünf Trainingseinheiten absolvieren die jungen Mitglieder des Klubs pro Woche. «Das Training ist intensiv», meint Luk De Crom, Präsident des Eislaufklubs Urdorf, von dem an der Kürkonkurrenz rund zwanzig Kinder starten. «Es braucht aber auch viel Zeit, eine Kür einzustudieren.» Da bleibt nicht mehr viel Platz für andere Hobbys. Das ist auch bei Noah so.

«Ich spiele eigentlich nur noch Panflöte», verrät Noah, der früher sieben Jahre lang im Jazzdance aktiv war. Eher durch Zufall ist er zum Eiskunstlauf gekommen. Vor drei Jahren habe ihn eine Kollegin mit aufs Eisfeld genommen. Dabei habe er Sinja De Crom beobachten können, die «so schöne Pirouetten» machte. Daraufhin wollte er das auch mal probieren. Seither hat ihn das Eiskunstlaufen nicht mehr losgelassen. Noahs Vorbilder sind Stéphane Lambiel und Sarah Meier.

Von Lambiel schaut er sich ab und zu ein paar Dinge ab. Eine Profikarriere wie sein Idol strebt er aber nicht an. Er hat beruflich ganz andere Ziele. «Ich würde eines Tages gern Inneneinrichter oder Friseur werden», verrät er. Warum ausgerechnet diese beiden Berufe? «Weil es kreative Berufe sind, und ich bin kreativ», sagt er.

In Bezug auf das Eiskunstlaufen bleibt er bescheiden. «Ich möchte einfach an Wettkämpfen teilnehmen und mich weiterentwickeln», erklärt er. Vor allem an der Sitzpirouette müsse er noch arbeiten. Übrigens: Für den Sieg reicht es Noah an diesem Sonntag nicht. Er liegt mit insgesamt 8,84 Punkten deutlich hinter Murer, der auf 11,66 Punkte kam. Aber das macht nichts – Noah Hellers Eiskunstlaufkarriere steht ja noch am Anfang.