Geräteturnen
Hunderte strahlender Mädchen

Am Wochenende wurde in Unterengstringen um Medaillen und Diplome geturnt.

Maila Bermejo
Merken
Drucken
Teilen

Seit 38 Jahren organisiert Charles Egli den Limmat Cup mit. Seit 38 Jahren ist er «die ‹Hand› des Organisationskomitees», wie der 63-Jährige selbst sagt. Das «Hirn» sei OK-Präsidentin Silvia Walther, fügt Egli schmunzelnd an. Zusammen sind sie das «Dream Team» des TV Engstringen, das es schafft, jedes Jahr diesen tollen Anlass mit wachsenden Teilnehmerzahlen auf die Beine zu stellen.

Am vergangenen Wochenende tummelten sich 334 Mädchen in der Halle – das ist Event-Rekord. Woher holt Egli die Motivation, seit mehr als der Hälfte seines Lebens denselben Anlass wieder und wieder zu organisieren? «Die strahlenden Gesichter der Mädchen sind mir Motivation und Dank genug», sagt Egli aus vollem Herzen. «Ausserdem sind wir ein gut eingespieltes Team, wir können uns fast blind vertrauen. So macht es einfach Spass», fügt Präsidentin Walther an.

Ans Aufhören hat Egli im Laufe der vergangenen 38 Jahre schon ein paar Mal gedacht. «Nach dem 25. Limmat Cup habe ich jemanden gesucht, der den Anlass weiterführen wollte», gesteht Egli lachend. Als sich niemand fand, habe er einfach weitergemacht. «Ich glaube, nach dem 40. Jubiläum ist vielleicht dann doch Schluss», fügt der Unterengstringer augenzwinkernd an.

Angefangen hat alles mit dem dritten Albis Cup vor 39 Jahren. Der organisierende TV Adliswil bat die Limmattaler, die Organisation des Anlasses zu übernehmen. «Das ist so gut gelaufen, dass wir uns gedacht haben: ‹Warum nicht selber etwas auf die Beine stellen?›», erzählt Egli, der selbst aus einer Turnerfamilie stammt. Damals verfügte der TV Engstringen über eine erfolgreiche Kutu-Riege. Diese hat sich mittlerweile aufgelöst, der Limmat Cup ist geblieben. Dafür haben nicht alle im Vorstand Verständnis, ist es doch mit viel Aufwand verbunden.

Der Limmat Cup ist ein Schweizerischer Qualifikations-Wettkampf für Mannschaften – mit dem Vorteil, dass sich auch Einzelturnerinnen anmelden können. Das ermöglicht auch schwächeren Mädchen, um eine Medaille mitzuturnen. «Das ist der Gedanke hinter dem Anlass, und solange uns die Sache Freude bereitet, machen wir weiter», sagen Egli und Walther unisono.

Ein Problem, mit dem das OK immer wieder zu kämpfen hat, ist die Pädophilie. Egli und Walther nehmen sich während des Wettkampfs viel Zeit, um die Zuschauerränge zu beobachten und Personen, die immer nur ein Gerät fotografieren oder filmen, genauer unter die Lupe zu nehmen. «Wir müssen immer wieder Leute, die nicht zu eine Riege gehören oder nicht mit einem Mädchen verwandt sind, bitten, mit dem Aufnehmen aufzuhören oder sie sogar wegweisen», sagt Egli. Das seien zwar jeweils schwierige Momente, aber der Schutz der Mädchen gehe natürlich vor, so Egli weiter.