Eishockey
Hockey-Juwel Schöb: «Habe keine Angst vor Kraftprotzen»

Silvio Schöb ist der erste Urdorfer seit langer Zeit, der den Sprung aus der eigenen Nachwuchsabteilung ins Fanionteam schafft. Der 17-Jährige strotzt vor Selbstvertrauen und will sich in der 2. Liga durchsetzen.

Jan Arnet
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Silvio Schöb schnürt seine Schlittschuhe künftig für die 1. Mannschaft des EHC Urdorf.

Silvio Schöb schnürt seine Schlittschuhe künftig für die 1. Mannschaft des EHC Urdorf.

Jan Arnet

Profi werden – der Traum jedes Junioren. Es ist noch keine zwei Jahre her, als ein Armbruch einem ambitionierten, jungen Eishockeyspieler einen dicken Strich durch die Rechnung machte. Der damals 15-jährige Urdorfer Silvio Schöb spielte seine dritte Saison im Nachwuchs der ZSC Lions, dann warf ihn diese Verletzung aus der Bahn. Die Saison war für den Flügelstürmer gelaufen – und damit auch die Chance, sich für die nächste Stufe der Lions zu empfehlen. Schöb wechselte zurück zu seinem Stammverein, dem EHC Urdorf, der gerade seit vielen Jahren mal wieder eine Novizenmannschaft für die Meisterschaft gemeldet hatte.

Der 17-Jährige ist heute froh, dass er diesen Wechsel getätigt hat. «Ich hatte in diesem Jahr mehr Spass am Eishockey als je zuvor», sagt er. Und Schöb schlug bereits in seiner ersten Saison bei Urdorf ein wie eine Bombe. Urdorfs damaliger Novizentrainer Tom Schlegel erinnert sich und kommt ins Schwärmen: «Die Schnelligkeit ist seine grösste Stärke. Sein Zug aufs Tor und Drang nach vorne zeichnen ihn aus». Es ging nicht lange, bis auch die 1. Mannschaft auf Schöb aufmerksam wurde.

Erster aus Novizenteam

Schöb ist seit langer Zeit der erste Urdorfer, der von den eigenen Junioren ins Fanionteam integriert wird. Er freut sich riesig über die neue Herausforderung, war bei seinem Debüt vor zwei Wochen in einem Testspiel aber «schon ein wenig nervös». Er hatte Respekt vor den grossen und kräftigen Spielern. Der flinke Stürmer ist mit seinen 1,90 Metern aber grösser als die meisten seiner Mit- und Gegenspieler und muss sich daher keineswegs verstecken. Auch an Selbstvertrauen mangelt es ihm nicht: «Ich will mich durchsetzen und denke, dass ich auch das Zeug dazu habe. Ich fürchte mich nicht vor den Kraftprotzen». Starken Rückhalt bekommt Schöb dabei von seiner Familie und seiner Freundin. «Ohne ihre Unterstützung wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin», sagt er.

Aufstieg als Ziel

Schöb will mit dem EHC Urdorf viel erreichen. Obwohl das Team von Coach François Wartenweiler letztes Jahr noch in der Abstiegsrunde spielte, spricht der junge Urdorfer von hohen Ambitionen. «Ich will noch lange für Urdorf spielen und baldmöglichst in die 1. Liga aufsteigen», gibt er sich ehrgeizig. Sein Ziel sei es, das Team «mit vielen Skorerpunkten weiterzubringen». Noch stecken die Urdorfer mitten in der Saisonvorbereitung. Ende September gilt es für Schöb und seine Teamkollegen zum ersten Mal ernst.

Silvio Schöb besitzt eine Doppellizenz. Neben Urdorf darf er auch für die Junioren der GCK Lions auflaufen. Gut möglich, dass sich Schöb schon bald in einem Profiteam etablieren könnte. Doch weit gefehlt – eine Profikarriere ist nicht mehr das Ziel des jungen Urdorfers. «Ich denke, wenn ich wirklich Profi werden möchte, könnte ich es auch schaffen. Hockey ist meine Leidenschaft. Momentan sehe ich den Sport aber mehr als Hobby», stellt er klar.

Trotz grossem Talent zieht Schöb die berufliche Karriere der sportlichen vor. Noch ist er in der Ausbildung; im zweiten Lehrjahr zum Konstrukteur. Danach will er studieren. Er träumt davon, Pilot zu werden und will seinen Traum konkretisieren: «Ich will bald einmal die fliegerische Vorschulung machen, um mich später als Militärpilot zu empfehlen», sagt er begeistert. Den Urdorfern dürfte seine Einstellung nur recht sein.