Zehn Minuten sollte die restliche Nachspielzeit gemäss Schiedsrichter De Almeida betragen - da waren schon 94 Minuten gespielt. Er hatte schliesslich bald darauf ein Einsehen und entliess Spieler und Zuschauer in die Wärme.

Bei 0 Grad und fortwährender Bise zeigten Birmensdorf und Thalwil im Nachtragsspiel, dass die beiden in letzter Zeit kaum Vorbereitungsspiele bestritten hatten. In einem dürftigen Match hatte Birmensdorf das Geschehen unter Kontrolle – trotz des Umstands, mit einer auf diesem Niveau höchst ungewöhnlichen Dreierabwehr anzutreten.

Dennoch glückte den Seebuben der Führungstreffer nach einem Fehlentscheid von De Almeida, der nicht der einzige bleiben sollte (27.). Der herausragende Christian Geiger glich wenig später nach einer sehenswerte Vorlage von Marc Füglistaller aus. Und nur zwei Minuten später hatte Birmensdorf die Partie gedreht: Aleksandar Petrovic verwertete einen Zuckerpass von Marko Filipovic cool zum 2:1 (35.).

In der zweiten Halbzeit verkam das an sich faire und wenig emotionsgeladene Match zum Hickhack. De Almeida brachte mit seinen teilweise regelunkundigen Entscheiden Hektik herein. Exemplarisch dafür in der 76. Minute: Nach einem Foul von Birmensdorfs Alex Gessler von hinten mit gestrecktem Bein an der Strafraumgrenze entschied der Unparteiische zwar zu Recht auf Freistoss.

Doch Gessler hätte wegen Vereitelung einer klaren Torchance rot sehen müssen. Er sah aber gar keine Karte. Und warum der Freistoss indirekt auszuführen war, wusste keiner. Nach dem missglückten Thalwiler Versuch, zeigte De Almeida FCB-Tank Petrovic die zweite gelbe Karte, weil er zu früh aus der Mauer gerannt sei. Doch er liess den Freistoss nicht wiederholen...

Der indirekte Freistoss von Thalwil

Der indirekte Freistoss von Thalwil

Jetzt brachen alle Dämme und auch Birmensdorf-Trainer Fabio Stiz trug von aussen seinen Unmut herein – ein fragwürdiges Verhalten. «Das war wirklich nicht schlau von mir, das habe ich der Mannschaft in der Kabine auch gesagt», zeigte sich Stiz einsichtig.

Sein Ärger war indes nicht nur dem Schiedsrichter geschuldet: «Wir verpassten es, den Sack früh zuzumachen und mussten völlig unnötig noch aufpassen.» Das beruhigende 3:1 aus Birmensdorfer Sicht fiel in der 88. Minute doch noch: Filipovic reagierte nach einem Freistosspfiff am schnellsten und hob den Ball aus 35 Metern über den Torhüter in die Maschen.

Jubel nach dem 3:1

Jubel nach dem 3:1

Am Sonntag gastiert Birmensdorf zum Rückrundenauftakt in Engstringen (10.15 Uhr, Brunewiis).