Laufsport

«Heute seid ihr alle schneller»

Ausbildung zum Speed-Agility-Quickness-Lauftrainer.

Ausbildung zum Speed-Agility-Quickness-Lauftrainer.

Ein Augenschein bei der ersten Ausbildung der Schweiz zum Speed-Agility-Quickness-Lauftrainer.

«Wir haben ein Sprint-Problem», sagt Andreas. Er ist Trainer der Basler NLA-Fussballfrauen. Dank Speed Agility Quickness (SAQ) sollen seine Spielerinnen bald alle stehen lassen. Unter den Kursteilnehmern sitzt auch Gisela, welche die C-Junioren aus Volketswil trainiert. Oder Alex, der Lauftrainer aller 25 Mannschaften des FC Urdorf. Ihnen und allen andern verspricht Alan Pearson: «Heute Abend seid ihr alle schneller.»

Ausbildung zum Speed-Agility-Quickness-Lauftrainer

Ausbildung zum Speed-Agility-Quickness-Lauftrainer

Pearson hat den englischen Fussballstürmer Jermain Defoe noch antrittsschneller getrimmt. Der 55-Jährige hat den FC Bayern und Arsenal geschlaucht, den Tennisspieler Pete Sampras, den Basketballer Michael Jordan. Nach seiner Methode arbeitet auch der Konditionstrainer der Schweizer Fussballnationalmannschaft. Pearsons Credo: Sportler wie Fussballer oder Unihockeyaner müssen nicht Kilometer abspulen, sondern an ihrer Explosivität arbeiten.

Was für die Stars gut ist, kann Amateuren nicht schaden. Auch Kinder sollen dank den koordinativen Übungen geschickter werden. Im Klubhaus des FC Oetwil-Geroldswil bringt Pearson den Kursteilnehmern die SAQ-Methode näher. König Fussball regiert: Als Pearson in die Runde fragt, wer Fussballer trainiere, gehen 30 Hände in die Höhe. Zudem sind drei Unihockeytrainer von NLA-Frauenteams dabei.

Theorie, dann Praxis

Zuerst dürfen die Trainer zuschauen. In Videosequenzen zeigt Pearson, wie Arsenals Stars über Hürden hüpfen. Vorwärts, rückwärts, mit Drehungen zwischendurch. In einem anderen Video nimmt ein Sportler einen Satz über ein fahrendes Auto. «Das tun wir nachher auch. Und wenn ich euch nicht mag, dann bringe ich einen Truck», sagt Pearson und lacht aus voller Kehle.
Nach jedem Theorieblock geht es auf den Kunstrasen. Hürden und Hütchen sind schon aufgestellt, Leitern liegen am Boden. Trotz der frostigen Temperaturen tropfen die Nackenhaare vom Konditionstrainer des 2.-Liga-Inter-Teams aus Meisterschwanden. Sein Partner hält ihn an einem Gummiseil leicht zurück, während er versucht, davonzusprinten. «Give him an applause», fordert Pearson die übrigen Kursteilnehmer auf.

Danach müssen auch sie ans Werk. Was mit einfachem Hüpfen begonnen hat, wird zunehmend komplexer. Zuletzt absolvieren die Trainer einen Circuit, umkurven Hütchen, drehen und wenden sich, spielen einander den Ball zu. Sascha Göbl beobachtet die Kursteilnehmer. Der 33-Jährige hat SAQ in die Schweiz gebracht und die erste Lauftrainer-Ausbildung mit Pearson organisiert.
Zwischendurch gibts immer wieder Pausen im Theoriesaal. «Ermüdung tötet die Schnelligkeit», sagt Pearson. Das gilt für Gisela, Andreas und Alex genauso wie für Jermain Defoe.

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