Fussball
Heinz Barmettler ist der Hoffnungsträger der dominikanischen Nationalelf

Der Höngger Heinz Barmettler spielt seit Sommer 2012 für die Nationalmannschaft der Dominikanischen Republik. Der frühere GC und FCZ-Spieler ist in der Karibik bereits zum Captain aufgestiegen und nimmt mit seinem neuen Team hohe Ziele ins Visier.

Fabian Sanginés
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KEYSTONE

Es spricht für Heinz Barmettler, dass er sich in der Zürcher Brunau zum Gespräch treffen wollte. «Damit wir das FCZ-Training schauen können». wie er sagt. Trotz seines Abganges durch die Hintertür im Sommer 2012 hat Barmettler noch einige Freunde beim FC Zürich. Es spricht für Heinz Barmettler, dass er von den Platz- und Materialwarten herzlich gegrüsst wird. Und es spricht auch für Heinz Barmettler, dass er mit seinen ehemaligen Kameraden flachst und ihnen «in Spanien trainieren wir immer nur mit Ball» zuruft, während die FCZ-Profis nach dem Conconi-Test völlig ausser Atem sind – und keiner nimmt es ihm übel.

Verletzung verleitet zum Wechsel

Doch Barmettler war in der Vergangenheit nicht immer zum Scherzen zumute. Im Frühling 2010 klagte der 26-Jährige über Hüftprobleme. Eine Verletzung, die ihn fast ein Jahr lang von den Spielfeldern fern hielt. Wahrscheinlich liegt es an dieser langen Leidenszeit, dass der technisch überdurchschnittlich versierte Innenverteidiger seinen Stammplatz beim FCZ und somit auch den Zugang zur Schweizer Nationalmannschaft verloren hat. Nach mehr als einem Jahr ohne Aufgebot für die Schweizer Nati entschied sich der Sohn eines Schweizers und einer Dominikanerin im Sommer 2012 zum Verbandswechsel in die Karibik.

Bereits Captain

Seinen Entscheid bereut Barmettler keine Sekunde. «Es macht grossen Spass in der Nationalmannschaft. Wir sind wie eine kleine Familie und die vielen jungen Spieler schauen zu mir auf, hören zu, wenn ich was sage», so der 26-Jährige. Diesen Status untermauerte Barmettler bereits im zweiten Spiel, als er bei der Auswechslung des Captains die Binder übernahm. «Zwei Spiele später war ich dann endgültig Captain», erzählt er. Nicht zuletzt dank seinen Champions League Auftritten im Santiago Bernabeu und San Siro hat Barmettlers Wort neben dem Platz und der Kabine auch beim Verband grosses Gewicht. So fungiert er als Botschafter, damit Fussball auf der Karibischen Ferieninsel grössere Beachtung findet. «Baseball ist hier die absolute Nummer eins», so der Captain des 126. der FIFA Weltrangliste. Einen kleinen Erfolg konnte «el suizo» bei seinem zweijährigen Engagement in der Karibik aber trotzdem bereits verbuchen: «Wir sind mittlerweile bereits so weit, dass der Fussball zur Lieblingssportart der Kinder geworden ist.»

Der Traum von grossen Gegnern

Doch auch sportlich hat Barmettler ambitionierte Ziele mit seiner «neuen» Nationalmannschaft. Anfang September bestreitet die Dominikanische Nationalmannschaft die erste Qualifikationsrunde für den Carribean Cup, der im November in Jamaika stattfinden wird. Gegner wie Antigua and Barbuda, Saint Vincent and the Grenadines und Anguilla sollten selbst für den Fussballzwerg Dominikanische Republik «kein Problem» darstellen. «Auch die zweite Runde sollte machbar sein und im Endturnier wollen wir unter die ersten Vier kommen. Damit würden wir uns für den Gold Cup qualifizieren, wo wir uns dann mit Gegnern wie Mexiko und den USA messen dürften», sagt Barmettler.

Das ist durchaus ein realistisches Unterfangen, da den Dominikanern vor zwei Jahren nur einen Sieg gefehlt hat, um am Gold Cup teilzunehmen. «Heuer haben wir aber eine viel stärkere Mannschaft, beispielsweise sind Spieler von Real Madrids U21 oder von Villareal im Kader», erklärt Barmettler

In der in loser Folge erscheinenden Rubrik «Blick über die Bezirksgrenze» stellt die LiZ-Sportredaktion Sportler und Teams aus der Nachbarschaft vor.