1. Liga
HCDU: Meisterschaftsalltag auf französischem Boden

Der in der 1. Liga spielende Handballklub Dietikon-Urdorf speilt gegen den ATV/KV Basel II 22:22 unentschieden. Als Novum erwies sich, dass die Limmattalerinnen ihr Spiel auf französischem Boden austragen mussten.

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Weder Basel noch die Dietikon-Urdorf vermochte den Sieg einzufahren.

Weder Basel noch die Dietikon-Urdorf vermochte den Sieg einzufahren.

Keystone

Doch beginnen wir von vorne. Obwohl Mitte November und eigentlich bereits im Winter, waren alle erstaunt, dass während der Abfahrt aus Dietikon eisige Temperaturen herrschten und es tatsächlich schneite. Der Schneesturm, auf dem Weg nach Basel, hatte jedoch die Folge, dass sich nicht nur die Schweiz abkühlte, auch das Team wurde von der tiefen Temperatur so stark beeinflusst, so dass man beim Einlaufen ein paar Extraübungen einbringen musste um nur im Ansatz auf Betriebstemperatur zu kommen.

Teamgeist besiegt Kälte

Nicht ganz verwunderlich war dann auch der Start ins Spiel mit vielen technischen Fehlern, Fehlwürfen und einer zu passiven Haltung in der Defense. Basel konnte sich so ohne grossen Aufwand relativ schnell einen komfortablen Vorsprung erarbeiten, was beim Stand von 7:2 zum ersten Team-Timeout seitens der Gäste resultierte. Mit ein paar taktischen Umstellungen in der Deckung und neuen Kräften im Angriff wurde aus der anfänglichen Kältestarre in kinetische Energie umgewandelt. Resultatmässig hatte das noch keine Auswirkung, jedoch spürte das Team das langsam aufkommende Feuer. Auf dem Feld konnte der Coach sowie auch die Zuschauer spüren, wie die gute Stimmung zunehmend in eine optische Überlegenheit der Zürcher überging. Bei einem Halbzeitstand von 14:8 ging man vermeintlich in die Pause – vermeintlich? Odermatt verwertete einen direkten Freiwurf aus schwieriger Position à la Mikkel Hansen und verkürzte mit diesem Geniestreich auf 5 Tore.

HCDU konnte nicht gebremst werden

Das Tor nach dem Pausensirene gab der Mannschaft den noch in Olten vermissten Kick und das Team kam wie verwandelt aus der Kabine. In der Verteidigung wurde hart geackert, wobei insbesondere Kunze als Vorgestellte dem Gegner das Leben schwer machte und der Mittelblock mit Decker, Odermatt und Kijewski alles was auf sie zukam aus dem Weg räumte. Aus den gewonnen Bällen konnte die grosse Stärke an diesem Nachmittag ausgespielt werden, es wurde Gegenstoss nach Gegenstoss gelaufen, wobei man mit Yagura (die aktuelle Nr. 15 in der Torschützenliste), Läubli, Raap und Dobitz fast unendliche Resourcen hatte. Im Angriff wurden praktisch keine technischen Fehler begangen und Torchancen konsequent in Tore umgesetzt.

Vergebene Torchancen wurden mit disziplinierter Verteidigungsarbeit ausgeglichen, einem mittlerweile aufgetautem Torwart, welche mit vielen Paraden und gut getimten Gegenstosspässen brillierte und so die Aufholjagd eröffnete - trotz vielen Unterzahlsituationen konnte der HCDU nicht gebremst werden.

Die „fast“ perfekten Schlussminuten

Vier Minuten vor Schluss stand es 21:21 und das Momentum auf der Seite der Zürcher. Im Timeout wurde der Plan für den greifbar nahen Sieg zurechtgelegt! Aus einer scheinbar harmlosen Situation gab es einen Sieben-Meter-Strafversuch für das Heimteam. Fotsch parierte. Das darauffolgende Gegenstosstor von Yagura wurde aberkannt und so wurde aus dem Sieg in letzter Sekunde nichts! Mit dem Bewusstsein, eine bereits verlorene Partie gekehrt und zu haben, hielt der Frust nicht lange an und der aus Basel entführte Punkt wurde gebührend gefeiert. Am nächsten Wochenende geht es bereits weiter nach Willisau, wo man auf einen nicht weniger starken Gegner treffen wird, aber mit einer solchen Leistung sicher Paroli bieten kann.