Was um Himmels Willen war mit Josip Katicic los? Der Torhüter des HC Dietikon-Urdorf stoppte einen Wetziker nach dem andern, spielte phasenweise wie von einem andern Stern. «Das war zwei Ligen höher», anerkannte Trainer Karsten Hackel die formidable Leistung seines Schlussmanns.

«Ich fühlte mich heute sehr gut und sagte zu mir, jetzt hälst du jeden Ball», erklärte der auf Wolke sieben schwebende Katicic nach dem Spiel. In den entscheidenden Minuten gleich nach der Pause parierte er fünf Schüsse in Serie, knickte damit das Vertrauen der Zürcher Oberländer.

Und als der HC Dietikon-Urdorf später wieder anfing, fahrig und überhastet zu agieren, und dem Gegner damit einen zweiten Atem zu schenken begann, da sprang auch Katicics Backup Andreas Regner in die Rolle des Helden.

Er entschärfte vier Siebenmeter in Serie, davon zweimal zu einem Zeitpunkt, als Wetzikon auf vier Tore hätte heran kommen können. Kurz vor Schluss drohten dem HCDU-Ensemblebe beim Spielstand von 23:25 nochmals etwas zittrige Beine. Doch die Gastgeber warteten auch in dieser finalen Phase vergeblich auf etwas Konstanz in ihren Aktionen.

Unkonstanz in der ersten Halbzeit

Lange fehlte die Konstanz auch im Team von Dietikon-Urdorf, das für einmal ein komplettes Kader aufs Matchblatt notieren durfte. Die Partie plätscherte in der ersten Halbzeit vor sich hin, auf gute Szenen und kreative Abschlussvarianten folgten unnötige Ballverluste und überhastete Aktionen auf dem Fuss.

Erst ganz zum Ende der ersten 30 Minuten gelang es den in Angriff und Verteidigung etwas solideren Limmattalern, sich ein wenig vom direkten Konkurrenten im Tabellenkeller zu lösen. Insgesamt konnten die zwei Teams aber nicht verbergen, dass es sich bei ihrer Begegnung um keinen Spitzenkampf der 1. Liga handelte.

Kaum zurück auf dem Feld, begann der HCDU zu zaubern. Wie verwandelt trat das Hackel-Team jetzt für knappe 15 Minuten auf.

Der Ball flog nur so durch die Angriffsreihen, die Limmattaler trafen auf einmal in allen Variationen – im Gegenstoss, durch die Mitte, vom Kreis, über die Flügel. Aus dem 12:10 wurde ein 17:10, die Gegenspieler betätigten sich in der Abwehr nur noch als staunende Statisten und im Angriff als freundliche Assistenten in der Katicic-Show.

Galli überzeugt als Siebenmeter-Schütze

Neben den Torhütern besonders herauszustreichen aus dem HCDU-Team waren Stefan Galli, der bei allen vier Versuchen vom Siebenmeterpunkt reüssierte und so eine persönliche Rekordquote erreichte, sowie Elgadaf Gash, der vom trotzigen «Kopf-durch-die-Wand-Spieler» zum smarten Spielmacher mutierte und mit erstaunlicher Passgenauigkeit überraschte.

Überhaupt hatte der Trainer Hackel auf einmal auf allen Positionen echte Alternativen und nicht nur Verlegenheitslösungen. Und Hackel freute sich über den neuen HCDU: «Im letzten Jahr war die zweite Halbzeit das Sorgenkind, jetzt sind die zweiten 30 Minuten unsere grosse Stärke».