Handball 1. Liga

HC Dietikon-Urdorf macht es Frauenfeld schwer – unterliegt am Ende aber doch

Fabian Schneider (in rot) wird von Damian Biffiger (links) und Alex Delay ins Sandwich genommen.

Fabian Schneider (in rot) wird von Damian Biffiger (links) und Alex Delay ins Sandwich genommen.

Frauenfeld wankte, fiel aber nicht – das sagt schon einiges aus über die Leistung der Dietiker Handballer am Samstagabend im thurgauischen Hauptort. Die Frauenfelder standen am Rande der Niederlage, gewannen aber doch noch mit 34:30 (16:11).

Dietikon-Urdorf erwischte in der Festhalle Rüegerholz einen tollen Start. Die anfängliche 3:1-Führung wurde aber hergeschenkt, nach etwas mehr als zehn Minuten konnte Gergö Fazekas zum 4:4 ausgleichen. Frauenfeld ging auch in Führung und setzte sich mit fortlaufender Dauer der Partie immer ein bisschen mehr ab.

Spielmacher des Feldes verwiesen

Die Limmattaler fanden nicht immer ein Mittel gegen die Abwehr der Ostschweizer. Die grossgewachsenen Verteidiger zwangen ihre Gegner zu Abschlüssen aus der zweiten Reihe. Vladislav Michalko und auch Francesco Biffiger fanden dabei aber ihren Meister immer wieder in Torhüter Fabrizio Steiner, der eine ansprechende Partie ablieferte.

Nach etwas mehr als zwanzig Minuten kam es dann knüppeldick für die Gäste. Fabian Schneider zog auf das Dietiker Tor zu, wurde von Daniel Burla aber regelwidrig gestoppt.

Wenig Hoffnung

Neben dem, dass Schneider dennoch das Tor markierte, wurde Burla des Feldes verwiesen. Die Entscheidung der Unparteiischen ist wohl richtig, wenn auch Schneider ein gar grosses Theater um die Szene machte.

Das Tor war das 15:9 und Dietikon-Urdorf spielte sogleich noch zwei Minuten in Unterzahl. Das Spiel schien da gelaufen. Auch das Pausenresultat von 16:11 für den Leader liess nicht gerade viel Hoffnung aufkeimen.

Unsportlichkeit und Sportlichkeit von Frauenfeld

Nach der Pause aber – schon etwas überraschend muss man sagen – startete der HCDU ganz ansprechend. Ohne Regisseur Burla lief es plötzlich. Fast so, als gäbe es kein Morgen mehr.

Nach fünfeinhalb Minuten in Durchgang zwei stand es nur noch 17:16. Frauenfeld war schon das erste Mal nervös.

Sebastian Röthlisberger (links) versucht, Edin Hasanovic am Schuss zu hindern.

Sebastian Röthlisberger (links) versucht, Edin Hasanovic am Schuss zu hindern.

In der 34. Minute kam es zu einer wüsten Szene. Frauenfelds Rückraumspieler Gergö Fazekas traf mit einem tollen Schlenzwurf zum vierten Mal in der Partie. Als er sich auf den Weg in die eigene Platzhälfte begab, verpasste er seinem Gegenspieler Damian Biffiger eine Kopfnuss.

Ungewöhnliche rote Karte

Eine unsportliche Aktion sondergleichen. Das unentschuldbare Verhalten hatte aber keiner der beiden Schiedsrichter gesehen. Die Spieler und allen voran aber Trainer Jan Sedlacek waren ausser sich. Fazekas war noch immer auf dem Feld, während Biffiger benommen neben der Auswechselbank stand.

Nach Rücksprache mit seinen eigenen Spielern, welche die Aktion auch gesehen hatten, handelte Frauenfeld-Trainer Oliver Roth äusserst bemerkenswert.

Er nahm seinen Schützling, also Übeltäter Fazekas, vom Feld und schickte ihn unter die Dusche. Eine rote Karte vom eigenen Trainer sozusagen. Das gibt es auch nicht alle Tage. 

Aufholjagd gelungen, dann nicht durchziehen können

Doch ebendiese Szene brachte wohl Frauenfeld mehr aus dem Konzept als Dietikon-Urdorf. Biffiger konnte weiterhin verteidigen und packte zusammen mit Sebastian Röthlisberger zu, sodass die Frauenfelder immer wieder mehrere Anläufe brauchten, um dann doch noch zum Torerfolg zu kommen.

Nach 42 Minuten schoss Vladislav Michalko den HCDU nach langer Zeit wieder in Führung. Frauenfeld geriet ins Wanken. Im Gegensatz zu den Spielern bliebt Trainer Oliver Roth ruhig, was am Schluss den Erfolg einbrachte.

Denn weniger als zehn Minuten vor Schluss stand es immer noch unentschieden. Mit der richtigen Taktik aber führte Roth seine Mannen weiter und schien die richtigen Impulse gegeben zu haben. Als Fabian Schneider nach 53 Minuten zum 29:26 einnetzte, war die Partie so gut wie entschieden, denn Dietikon-Urdorf lief auf dem Zahnfleisch.

Nächster Gegner: SG Kadetten/Pfadi Youngsters

Dennoch gab es nicht auf, auch wenn die Luft draussen war. Die 34:30-Niederlage zum Schluss war die logische Folge. Frauenfeld konnte den «vermeintlich schwächsten Gegner» nicht «einteilen» und musste bis am Schluss durchbeissen.

Die Leistung der Gäste war durchwegs okay, auch wenn man sich aufseiten der Limmattaler damit jetzt nichts kaufen kann. Daran sollte man aber anknüpfen und so versuchen, am nächsten Samstag gegen die SG Kadetten/Pfadi Youngsters, die Punkte zwei und drei einzufahren.

Aber die talentierte Truppe ist momentan sehr gut drauf, hat sie doch am Samstag die BSG Vorderland gleich mit 40:19 eingeteilt.

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