Beim 31:27-Auswärtserfolg gegen das junge Aufsteigerteam von SG Pfadi Winterthur/Kloten deutete allerdings lange überhaupt nichts auf einen Erfolg der Limmattaler hin. In der ersten Halbzeit war die wirkungsvollste HCDU-Waffe, das Tempospiel in Form von Gegenstössen, praktisch inexistent. In 30 Minuten gelangen nur zwölf Tore und der besorgte Fan musste sich zur Pause fragen, welcher Daniel nun mehr neben den Schuhen stand – Regisseur Burla oder Topskorer Imhof? Vor allem Imhof gelang derart wenig, dass ihn Trainer Karsten Hackel in der zweiten Halbzeit zuerst einmal für 20 Minuten auf der Auswechselbank parkierte.

Starker Einstand von Torhüter Regner

Es gab zwei Gründe, wieso der Rückstand beim Seitenwechsel nicht grösser war. Zum einen nahm der HCDU mit einer Manndeckung den gegnerischen Topskorer wirkungsvoll aus dem Spiel, zum andern zeigte Torhüter Andreas Regner bei seinem ersten Saisonauftritt eine starke Leistung, hielt zwei Penaltys und brillierte mit Paraden zum richtigen Zeitpunkt.

Dennoch verschlechterten sich die Dinge auch nach Wiederanpfiff vorerst. Zwar nahm sich der HCDU viel vor, konnte zwischenzeitlich sogar mit einem Tor in Führung gehen, doch insgesamt «ging der Schuss nach hinten los», wie es Trainer Hackel formulierte. Sportchef Dominik Hari, von der zweiten Mannschaft ausgeliehen, verletzte sich bei seiner allerersten Offensivaktion so schwer, dass Verdacht auf Kreuzbandriss besteht. Eine Viertelstunde vor Schluss lag man mit 21:26 hinten.

Imhof vom Mitläufer zum Matchwinner

Was danach folgte, war aus Sicht der Limmattaler beinahe magisch. Irgendwo fanden die Spieler das verloren gegangene Kämpferherz wieder. Imhof durfte zurück aufs Feld, traf das eine ums andere Mal. Plötzlich klappte das Tempospiel wie aus dem Lehrbuch und zugleich verhielt sich der unerfahrene Gegner angesichts des klaren Vorsprungs schon beinahe fahrlässig naiv. Innerhalb von fünfzehn Minuten schoss Dietikon-Urdorf neun Tore mehr als das Heimteam!

Speziell erwähnen wollte der Trainer nach dem Spiel seinen Rückraumspieler Luzi Tiefenauer, der elf Tore warf und der mit Abstand konstanteste HCDU-Akteur war. «Er entwickelt sich immer mehr zum Teamleader», sagte Karsten Hackel. Daneben blieb der Deutsche aber weit entfernt von jeglicher Euphorie: «Wir hatten heute einfach das glücklichere Ende. Die ersten 45 Minuten haben aber deutlich gezeigt, dass wir noch weit entfernt von der Konstanz und der spielerischen Klasse sind, um Leistungen wie vor Wochenfrist gegen Appenzell zu bestätigen. Wir bleiben weiter in jeder Partie Aussenseiter».