Handball
HC Dietikon-Urdorf: Einmal ins Verderben und zurück

Die Handballer von Dietikon-Urdorf gewinnen gegen Seen Tigers/Yellow Winterthur ein Spiel , das sie eigentlich schon verloren hatten.Der 27:26-Erfolg basiert auf einem sehenswerten Teameffort mit einer tollen Aufholjagd.

Rainer Sommerhalder
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So sehen Sieger aus. In der entscheidenden Phase wogte die Partie hin und her. Nie lag in der Schlussviertelstunde mehr als ein Tor Differenz zwischen den beiden Kontrahenten. Dass nach nervenaufreibenden 60 Minuten in einem tollen 1.-Liga-Spiel der HCDU den knappstmöglichen Sieg feierte,entsprach nicht dem Zufall, denn längst hatte das Momentum von den Winterthurern zu den Limmattalern gewechselt. Mit sieben Toren lagen sie zu Beginn der zweiten Halbzeit nach einer hundsmiserablen Phase unmittelbar vor der Pauseim Hintertreffen. Kaum jemand hätte zu diesem Zeitpunkt noch auf den HCDietikon-Urdorf gewettet.

Anstatt den eigenen Spielplan zu befolgen, haderten die Spieler mit dem ihrer Meinung nach inkonsequenten Schiedsrichter-Duo. Damit ritt sich das Team selber ins Verderben. Doch die Mannschaft von Trainer Claude Bruggmann fing sich auf bewundernswerte Weise auf und brillierte mit einerselten starken Chancenauswertung. Vom 10:17 zum 19:19 brauchte der HCDU lediglich zehn Spielminuten.

Noch vor einem Monat wäre so ein Erfolg für die Limmattaler undenkbar gewesen. Damals befand sich das Team in einer tiefen Krise, gab sich reihenweise selber auf, glaubte nicht an die eigene Stärke. Doch drei Siege in Serie haben Wunder gewirkt, wobei weder Torhüter Josip Katicic, noch Trainer Claude Bruggmann von einem wundersamen Wandel sprechen wollen. „Wir haben in den letzten Wochen sehr viel und intensiv trainiert und befinden uns sicherlich in einem positiven Trend. Jeder glaubt ein wenig mehr an sich als vor einem Monat. Dann gewinnt man eben solche Spiele“, sagte Katicic. Mit gut 15 Paraden gab auch er eine starke Vorstellung ab.

Bruggmann sieht vor allem in der Rückkehr von Rückraumspieler Philipp Wallisch ins Team den Wendepunkt. „Mit ihm haben wir einen Scharfschützen mehr, die Gegner können sich nicht mehr nur auf Daniel Imhofkonzentrieren.“ Gegen Winterthur habe er dem Team in der Pause nach zuvor sechs Gegentoren in Serie gesagt, dass „wir es noch schaffen können, wenn wir jetzt allesrichtig machen“. Dies ist den Spieler dann auch tatsächlich gelungen. Selten hat man den HCDU so konstant und fehlerlos spielen sehen wie in der zweiten Halbzeit. „Wobei uns der Gegner auch ein wenig geholfen hat“, wie Bruggmann meinte, „weil er zwischen Angriff und Verteidigung immer zwei Spieler auswechselte, konnten wir insgesamt vier Tore mit der zweiten Welle erzielen.Damit entkam der HCDU sogar dem Verderben.