Handballer
HC Dietikon-Urdorf einen Schritt vor dem Abstieg

Der Spass war ein flüchtiger Begleiter. Die Handballer von Dietikon-Urdorf verlieren das erste 1.-Liga-Abstiegsrundenspiel in Visp mit 22:24. Nun hilft nur noch ein Wunder.

Raphael Biermayr
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HC Dietikon-Urdorf verliert im Wallis
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Luzi Tiefenauer in der Mangel, Daniel Imhof steht für das Zuspiel bereit.
Yves Barben setzt sich erfolgreich durch.
Yves Barben im Schwitzkasten.
Daniel Burla in der Mangel, beobachtet von Stefan Galli.

HC Dietikon-Urdorf verliert im Wallis

Raphael Biermayr

Spass. Dieses Wort brauchte HCDU-Trainer Karsten Hackel im Vorfeld in Verbindung mit der Partie in Visp. Die Wortwahl mutete seltsam an, versprachen doch die Ausgangslage und die vorangegangenen Auftritte alles andere als Spass. Nach knapp sieben Minuten war ersichtlich, dass sich Hackel nicht vertan hatte: Seine Mannschaft führte im Oberwallis mit 4:1 und versprühte einen spielerischen Esprit, den man lang nicht mehr gesehen hatte. Statt Knorz zeigten die Limmattaler flüssige Kombinationen und Variantenreichtum. Ein Indiz: Unter den ersten vier Torschützen tauchte nie der Name von Ausnahmekönner Daniel Imhof auf.

Auch nach diesem Auftaktfurioso blieben die Gäste tonangebend, wenngleich sich die Visper – offensichtlich überrumpelt vom forschen HCDU-Auftakt – in die Partie kämpften. Der Topskorer Karolis Jankauskas, der in der Qualifikation 160 Tore geworfen hatte, übernahm die von ihm erwartete Verantwortung. Im letzten Angriff vor der Pause stand er beim Stand vom 10:11 allein vor dem herausragenden Torhüter Andreas Regner, der mit seiner zehnten Parade aber den Ausgleich verhindern konnte. Regner rechtfertigte damit seine überraschende Nomination von Beginn weg. «Er hat gute Trainingsleistungen gezeigt, ich war überzeugt, dass Andi uns helfen kann», begründete Trainer Hackel, der doch nicht auf den lange verletzten Verteidigungsminister Fabian Beltrami zählen konnte.

Horror-Start in die zweite Halbzeit

In der zweiten Halbzeit war es jäh vorbei mit dem Spass für die Gäste. Diesmal waren die Startminuten eine Horrorshow: Remo Casanova kassierte bald zwei Minuten wegen zu geringen Abstands beim Freiwurf, Fabian Lohner und der zuvor so überzeugende Luzi Tiefenauer leisteten sich jeweils unbedrängt Fehlpässe. In der 35. Minute gingen die Walliser erstmals überhaupt in der Begegnung in Führung (13:12). Sie sollten danach nie mehr in Gefahr geraten, zu verlieren.

Die Fehler der Gäste hielten Schritt mit der Zerfahrenheit der Partie. Auch die Hereinnahme von Josip Katicic (42.) brachte die Wende nicht – im Gegenteil. Der impulsive Torhüter versuchte zunächst einen nahezu aussichtslosen Gegenstosspass und kassierte in der 53. Minute ohne Not eine Zwei-Minuten-Strafe wegen Reklamierens. Am Ende sollten die Limmattaler sieben Zwei-Minuten-Strafen aufgebrummt bekommen haben «Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht», sagte Kreisläufer Stefan Galli, ehe er sich über das Schiedsrichtergespann ausliess. Dieses stellte sich nach der Schlusssirene minutenlangen hitzigen Diskussionen mit Daniel Imhof und Luzi Tiefenauer.

Keine zweite Niederlage erlaubt

Ganz ruhig war hingegen Karsten Hackel. «Vom Kampf her hat es heute gepasst, aber wir verloren den Faden», analysierte der HCDU-Trainer, dem die Enttäuschung in die rot unterlaufenen Augen geschrieben war. Sein Team steht nach der 22:24-Niederlage bereits nach dem ersten Match der Abstiegspoule unter Zugzwang: Angesichts von vier Absteigern bei sechs Mannschaften kann man sich wohl keinen zweiten Nuller erlauben. Die Limmattaler müssen den Spass so schnell wie möglich auf ihre Seite zurückholen. Das wird umso schwerer, als dass sich Torhüter Regner am Fuss verletzte, kurz nachdem Katicic seine Strafe abgesessen hatte.