Mit einer absolut ausgeglichenen Bilanz war der HC Dietikon-Urdorf gestern ans Auswärtsspiel in die Halle Auenfeld in Frauenfeld gefahren. Sechs Siege, sechs Niederlagen und ein Unentschieden reichten für Zwischenrang sieben in der Meisterschaft. Irgendwo im nirgendwo, im Mittelfeld der Tabelle, ohne Anschluss nach oben, ohne Gefahr von unten.

Doch wo steht der HC Dietikon-Urdorf, der schwach in die Saison gestartet war, dann ein kleines Zwischenhoch erlebt und zuletzt zweimal verloren hatte? Die Partie gegen Tabellennachbar Frauenfeld drängte sich als Gradmesser geradezu auf. Im Hinspiel siegte der HCDU knapp mit 20:19, in der Tabelle lagen die Ostschweizer vor dem gestrigen Spiel nur einen Punkt hinter den Limmattalern.

Katicic erwischte einen Glanztag

Mit einem Auswärtssieg winkte den Männern von Trainer Claude Bruggmann Rang fünf. Und mit Ausnahme der Startphase liess der HCDU nie Zweifel aufkommen, dass dieses Unterfangen gelingen würde. «Wenn das, was ich heute gesehen habe, die Wahrheit ist, dann bin ich zufrieden», sagte Bruggmann nach dem deutlichen 28:19-Erfolg.

Bis zum 5:5 war die Partie ausgeglichen. Die Gastgeber, die mit viel Tempo spielten, legten vor, der HCDU, der seine Angriffe geduldig ausspielte, zog nach. HCDU-Goalie Josip Katicic erwischte einen ausgezeichneten Tag, was den Gastgebern zusehends das Selbstvertrauen raubte.

Mit dem 6:5 schoss Ron Baumgartner den HCDU erstmals in Führung. Dann schaltete auch Daniel Imhof einen Gang höher. Der Topskorer schoss sich mit seinen fünf Toren an die Spitze der Torschützenliste der Gruppe 1. Zur Pause lagen die Limmattaler komfortabel mit 15:8 in Front.

Trainer wechselte sich selbst ein

Allfällige Zweifel nach dem Seitenwechsel erstickte Luzi Tiefenauer mit drei Treffern in Folge zum 19:9. Tiefenauer liess sich öfters zurückfallen, um so den Part des stets gut gedeckten Daniel Imhof zu übernehmen.

Noch im letzten Spiel war die Manndeckung gegen Imhof ein schier unlösbares Problem für die Zürcher. «Diese Problem haben wir lösen können», freute sich Trainer Bruggmann, der in dieser Saison erstmals zum Spielertrainer mutierte. Als der ehemalige Nati-Spieler Mitte der zweiten Halbzeit eine kurze Schwächephase ausmachte, wechselte er sich flugs selbst ein. Bei seinem rund halbminütigem Auftritt gelang Bruggmann auch prompt ein Tor.

Details können besser werden

Kurze Zeit später führte Dietikon-Urdorf mit dreizehn Toren Vorsprung 27:14. Die Entscheidung war damit natürlich längst gefallen. Am Ende betrug der Vorsprung «nur» neun Tore.

«Mit dem Resultat bin ich sehr zufrieden», sagte Bruggmann, «aber es gibt immer noch viele kleine Details, die wir verbessern können. Doch diese Details sitzen tief in den Köpfen der Spieler. Es ist schwer für den Trainer, darauf Einfluss zu nehmen.»

Bruggmann, der Ende Saison aufhören wird, hofft, dass sein Team im Spiel gegen Kreuzlingen an die gestrige Leistung anknüpfen kann. Denn die Konstanz war bisher nicht Dietikon-Urdorfs Stärke, auch das ist eine Wahrheit.