Leichtathletik-Europameisterschaft
«Hätte noch schneller laufen können»: Lara Alemanni will ihre Bestmarke unterbieten

Die Urdorfer Mittelstrecken-Läuferin startet in Grosseto an der U20-Europameisterschaft über 1500 Meter.

Michel Sutter
Merken
Drucken
Teilen
Lara Alemanni beim diesjährigen Pfingstmeeting in Zofingen.

Lara Alemanni beim diesjährigen Pfingstmeeting in Zofingen.

Am Montag reist die U20-Delegation der Schweiz nach Italien ab, genauer gesagt nach Grosseto. Dort beginnt am Donnerstag die Leichtathletik-Europameisterschaft der unter 20-Jährigen. Mit dabei ist auch Lara Alemanni. Die Urdorferin wird in Grosseto über die 1500 Meter starten.

Ihren Vorlauf hat Alemanni zwar erst am Freitag. Doch die Tage vor ihrem Einsatz will sie gut nutzen. Dabei geht es um alltägliche Dinge. «Man schaut zum Beispiel, wann die Busse fahren, damit man auch rechtzeitig beim Stadion ist», sagt die 19-Jährige. «Denn ich werde manchmal nervös, wenn ich im Ungewissen bin.» Alemanni, die zuvor noch nie in Grosseto gewesen ist, will nichts dem Zufall überlassen: «Ich will mir vorher aber auch das Stadion ansehen und mich akklimatisieren.»

Genau gleich hat sie es auch im letzten Jahr gemacht, als sie an den U20-Weltmeisterschaften in Polen teilnahm. Mit dem Unterschied, dass die WM damals ihr erster Grossanlass auf der Bahn gewesen war. Dabei verlief nicht alles nach Wunsch. «Ich hatte mein Leistungsoptimum nicht während der WM, sondern vorher, als ich die Limite geschafft hatte», sagt sie. «Diesmal habe ich darauf geachtet, dass meine Leistungsfähigkeit bei der EM am höchsten sein wird.» Auch deshalb wolle sie die Tage vor ihrem Wettkampf dazu nutzen, «den Rhythmus zu finden.»

Sehr gut im Rhythmus war die Urdorferin vor einem Monat. Damals qualifizierte sie sich in Regensburg mit einer Zeit von 4:28,97 Minuten für die 1500-Meter-Läufe an den Europameisterschaften. Damit hat sie die Limite von 4:30,00 deutlich unterboten und erst noch ihre Saisonbestleistung über diese Distanz aufgestellt. Dennoch: Ganz zufrieden war sie nicht mit ihrer Leistung. «Vor einem Jahr war ich in Regensburg über die 1500 Meter mehr als eine Sekunde schneller», gibt sie zu bedenken, «und ich hätte damals noch schneller laufen können. Ehrlich gesagt hatte ich mir etwas mehr erhofft.»

So auch bei den anderen Läufen, die sie absolvierte. «Bei den anderen Wettkämpfen war meine Leistung über diese Distanz okay», sagt sie selbstkritisch. Insgesamt habe sie im vergangenen Jahr auf der Bahn ein besseres Gefühl gehabt – ausser beim Lauf über 3000 Meter in Karlsruhe. «Der ist mir perfekt gelungen», sagt sie. Damals im Mai hat sie mit 9:41,67 Minuten in diesem Jahr ihre schnellste Zeit überhaupt realisiert in dieser Disziplin.

Start nur über 1500 Meter

Über die 3000 Meter wird sie an der EM jedoch nicht an den Start gehen. «Vielleicht wäre ich gestartet, wenn der Vorlauf nach demjenigen über 1500 Meter gewesen wäre», sagt sie. «Er ist aber vorher. Und da die Distanz über 1500 Meter für mich Priorität hat, verzichte ich auf die 3000 Meter.»

Alemanni kann sich also ganz auf die kürzere Distanz konzentrieren. Zuvor hatte sie schon mal das Ziel definiert, sich für den Final zu qualifizieren, doch das wird ein schwieriges Unterfangen. «Ich habe mir die Startliste angesehen», sagt sie. «Da sind doch einige sehr starke Läuferinnen darunter. Ich denke, bei diesem Feld wird es schwierig werden, sich für den Final zu qualifizieren.»

Druck verspüre sie jedenfalls keinen, sagt Alemanni. Und doch will die Urdorferin besser abschneiden als bei der WM vor einem Jahr. «Damals war für mich das Ziel gewesen, dabei zu sein», erklärt sie. «Jetzt habe ich das Ziel, auch gut abzuschneiden.» Für die 19-Jährige heisst das, ihre Bestmarke von 4:27,77 Minuten zu unterbieten. «Ich will einfach gut laufen und eine gute Zeit erreichen», sagt Alemanni. «Wie weit es nach vorne reicht, kommt dann halt auch auf die Umstände an.»