Dressurreiten

Harte Bedingungen für Mensch und Tier in Dietikon

Tamara Hösli von der Reitgesellschaft an der Limmat auf Kesely.

Tamara Hösli von der Reitgesellschaft an der Limmat auf Kesely.

An den Dressurtagen im Fondli kämpfen die Teilnehmer mit den äusseren Bedingungen. Trotzdem scheiden einige der organisierenden Reitgesellschaft an der Limmat gut ab.

Der Boden manscht bei jedem Tritt der Pferde. Jeder Schritt lässt das Pferd mit dem Reiter auf dem Rücken ein bisschen tiefer in die Erde sinken. Von oben plätschert der Regen unaufhörlich auf das Dressurviereck, auf dem Ross und Reiter ihre Prüfungen absolvieren müssen. Auch für die 25-jährige Tamara Hösli von der durchführenden Reitgesellschaft an der Limmat (RGL) heisst es am ersten Tag der Veranstaltung raus ins kalte Nass. Doch sie meint ganz locker: «Für mich spielt das Wetter keine grosse Rolle. Ich bin hier, weil mir das Reiten Freude macht, und nicht weil ich muss.»

So tritt Hösli dann auch entspannt die erste Prüfung des Tages mit ihrem 15-jährigen Pferd Kesely an. «Vor der Kür hatte ich gemischte Gefühle, doch jetzt, nach dem Durchgang, habe ich eigentlich ein gutes Gefühl. Mir ist es wichtig, dass ich am Ende zufrieden bin mit meiner Leistung. Auf den Rang kommt es nicht unbedingt drauf an», sagt Hösli, «es gab schon Tage, da hatte ich ein gutes Gefühl und am Schluss war der Rang nicht gut - oder umgekehrt. Deswegen schaue ich einfach für mich.» Diesmal reichte es für sie am Morgen für den 18. und am Nachmittag gar für den 4. Platz.
Herausforderung für Debütantin

Der zweite Tag verspricht eine Wetterbesserung. Der Regen hat nachgelassen, es nieselt nur noch leicht. Für die Unterengstringerin Nenka Schwinn, ebenfalls von der RGL, ist dies ein besonderer Tag. Heute wird die 45-jährige Russin, die vor 15 Jahren der Liebe wegen in die Schweiz gezogen ist, ihre allererste Dressurprüfung in Angriff nehmen. «Ich habe erst vor ungefähr drei Jahren mit dem Reiten begonnen», sagt sie, «davor hatte ich eher Angst vor den Pferden. Doch als ich das erste Mal im Sattel sass, wollte ich nicht mehr absteigen.»

Danach machte sich die ehrgeizige Sportlerin daran, das Reitbrevet zu absolvieren. Als dies geschafft war, suchte sie eine neue Herausforderung und entschloss sich, an Dressurprüfungen teilzunehmen. «Ich war verständlicherweise sehr nervös, doch im Anschluss kann ich sagen, dass ich zufrieden bin mit dem Gezeigten. Fürs erste Mal wars sicher nicht schlecht», analysierte sie ihren ersten Wettkampf.

Mit ihrem Pferd Capper hat sich Schwinn, wie könnte es auch anders sein, einer echten Herausforderung zu stellen. «Er hat einen eigenen Kopf und merkt genau, wenn man unsicher ist», sagt sie lachend. «Das nutzt er schonungslos aus und macht, was er will.» Er werde von allen nur Kasper genannt, weil er immer so ein Theater mache. Wenn Schwinn so weitermacht, wird sie ihn eines Tages in den Griff bekommen. Obwohl es ihr an diesem Tag nur für den 34.Platz reichte.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1