Fussball
Harmlose Urdorfer haben Schlieren nichts entgegenzusetzen

Wenige Minuten vor dem Schlusspfiff hätte die Partie zwischen Schlieren und Urdorf nochmals spannend werden können. Urdorfs Slajdan Peric lenkte den Ball im gegnerischen Strafraum ins Tor ab, und die Urdorfer bejubelten schon den vermeintlichen Anschlusstreffer zum 2:3. Doch der Schiedsrichter anerkannte das Tor nicht, da Peric wohl im Abseits gestanden hatte. So blieb es beim 3:1 für Schlieren.

Michel Suter
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Schlieren schlägt Urdorf mit 3:1 Urdorfs Davide de Luca (hier am Ball) hatte mit Selcuk Sasivari (im gelben Trikot) einen hartnäckigen Gegenspieler.

Schlieren schlägt Urdorf mit 3:1 Urdorfs Davide de Luca (hier am Ball) hatte mit Selcuk Sasivari (im gelben Trikot) einen hartnäckigen Gegenspieler.

michel sutter (msu)

michel sutter (msu)

Ein Sieg, der insgesamt hochverdient war – das anerkannten auch die Urdorfer. «Die Schlieremer war einfach besser», sagte Urdorfs Trainer Gianni Musumeci. «Sie waren aggressiver. Wir dagegen haben uns zu viele Fehler erlaubt und waren offensiv zu harmlos.» Musumecis Analyse bezog sich vor allem auf die erste Halbzeit, in der die „Stiere“ den Schlieremern klar unterlegen waren und defensiv stark verunsichert wirkten. Das zeigte sich besonders nach 20 Minuten, als Schlierens Captain Davide Lopez einen Freistoss aufs Tor brachte und der Torhüter Sven Gammel den Ball unglücklich durchrutschen lassen musste – 1:0 für Schlieren. «Bei diesem Treffer haben wir auch etwas Glück gehabt», gab Schlierens Trainer Gianni Petrone zu, «doch wir haben dieses Glück auch erzwungen.»

Tatsächlich waren die Schlieremer bis zur Führung die spielbestimmende Mannschaft gewesen, und ihre Dominanz war danach noch grösser. Sie erspielten sich gute Chancen, bis Manuel Carlos Coelho kurz vor der Halbzeitpause mit einem Ablenker vor dem Tor für das 2:0 sorgte. «Wir waren in der ersten Halbzeit nicht präsent», meinte der Urdorfer Stürmer Alessandro Felicetti.

In der zweiten Hälfte kamen die Urdorfer erst etwas besser ins Spiel, doch die richtig guten Chancen hatten die Schlieremer: Erst verfehlte Coelho mit einem Lupfer das Urdorfer Tor knapp. Und dann stürmte plötzlich Giuseppe Sorrentino auf Gammel zu. Der Urdorfer Torhüter kam aus seinem Kasten heraus, doch Sorrentino legte den Ball geschickt an ihm vorbei und traf zum 3:0 für die Schlieremer.

Die Reaktion der Gäste liess nicht lange auf sich warten. Eine Minute später wurde im gegnerischen Strafraum Ruben Da Silva angespielt, dieser nahm den Ball direkt und traf zum 1:3 aus Urdorfer Sicht. Der Anschlusstreffer verlieh den „Stieren“ nochmals Moral, das Spiel war nun ausgeglichener – auch, weil Schlieren nach dem 3:0 nachgelassen hatte. «Wir haben uns ausgeruht», kritisierte Petrone. «Wir hätten aber auch die letzten 20 Minuten noch die Ärmel hochkrempeln müssen.»

Dass der Sieg der Schlieremer dennoch nicht ernsthaft gefährdet war, hatte die Heimmannschaft auch der starken Defensive zu verdanken, in der unter anderem Routinier Selcuk Sasivari auflief. Der Trainer der U15-Mannschaft vom Grasshopper Club Zürich hatte erstmals in dieser Saison gespielt und eine starke Leistung gezeigt. Er bereitete unter anderem das 2:0 vor. «Wir waren heute sehr bissig und wollten den Sieg unbedingt», sagte er.

Für Schlieren, das nach zwei Niederlagen in Folge wieder mal gewonnen hat, geht es nun darum, im nächsten Spiel gegen Regensdorf den Derbyerfolg zu bestätigen. Urdorf hingegen wartet noch immer auf die ersten Punkte in dieser Saison. «Die wollen wir jetzt endlich holen», sagte Felicetti entschlossen.