«Bei ihr hat es einfacher ausgesehen», hört man einen der Spieler sagen. Yoga ist seit dieser Saison fester Bestandteil im Trainingsplan von Karsten Hackel, dem Coach des Handball-Erstligisten Dietikon-Urdorf. Jeweils am Donnerstag sind 45 Minuten angesetzt. Danach geht es in die Halle.

Hackel, der seit zehn Jahren Trainer ist, sucht sich jeweils immer einen speziellen Part aus einer anderen Sportart, aus der man etwas Sinnvolles mitnehmen kann. Yoga ist auch Neuland für ihn, doch ist ihm schon jetzt klar, dass er das in Zukunft auch weiterziehen wird. Von seiner neuen Errungenschaft ist er begeistert: «Für die Bewegung der Spieler ist es super. Vor drei Monaten hätten die das noch nicht hingebracht», und zeigt lachend auf seine Jungs, die gerade ihr Hinterteil in die Höhe strecken. Zudem sei es verletzungsvorbeugend und soll der Muskelverkürzung vorbeugen.

Als Ganzes gestärkt

Eigentlich ähnelt das Ganze fast schon einem Krafttraining. «Beim Yoga wird der Körper auf andere Weise stark. Es wird alles als Ganzes trainiert», erklärt die Instruktorin, die seit acht Jahren ihr Können weitergibt. Immer wieder hört man ein Stöhnen und lautes Ausatmen, wenn sich die HCDU-Spieler auf ihren Yogamatten beugen, strecken und stützen. Krattinger zeigt vor, läuft umher, korrigiert und gibt Tipps.

Verzerrte Gesichter

Danach meistens das gleiche Bild: verzerrte Gesichter – jeweils immer mit einem Lachen auf den Lippen. «Und jetzt drehen und dabei gestreckt bleiben», hört man Krattinger sagen. Die Antwort: ein verkrampftes Geräusch, gefolgt von einem Lachen. Die Spieler sind mit grossem Spass dabei. Dem pflichten auch Fabian Beltrami und Neuzugang Adrian Groth bei. Daneben geht es aber auch um den Nutzen des Trainings. «Es sieht vielleicht lustig aus, aber es bringt viel im Kraftbereich und in der Stabilisation», meint Beltrami, der sich sogar Gedanken über eine zusätzliche Yoga-Privatstunde macht. «Die Dehnung wird immer besser. Man fühlt sich sicherer und beweglicher im Training», ergänzt Groth.

Gegen Kreuzbandrisse

«Es ist sehr anstrengend, aber danach bin ich immer sehr entspannt. Am liebsten würde ich nach Hause gehen und mich hinlegen», sagt Beltrami mit einem Grinsen auf dem Gesicht. Denn er weiss, das Training hat erst angefangen. «Nach dem Yoga ist für einen Moment die Luft etwas draussen, aber sobald man in der Halle steht, geht es wieder. Gegen Schluss merkt man dann aber schon, dass man ein wenig mehr beissen muss», fährt Groth fort. Etwas, dass man auch im Spiel gut gebrauchen kann. Denn Yoga gibt nicht nur ein besseres Körpergefühl, es fördert auch die mentale Stärke. Dies weiss auch Trainer Hackel: «Yoga ist intensiv. Das muss es sein, denn am Ende einer Partie kommt man meistens an die Belastungsgrenzen.» «Nordische Klubs machen es vor, die haben beispielsweise Kreuzbandrisse ziemlich unter Kontrolle», erklärt Hackel. Wir wollen langfristig ganzheitlicher trainieren und den Körper stärken. Für Handball ist Yoga sehr innovativ», sagt der Trainer, der grundsätzlich gerne beim Training mitmachen würde, aber «es kommt halt immer etwas dazwischen», meint er lachend.