Handball

Grosses Spiel des STV Baden mit fadem Ende

Badens Björn Navarin bleibt hängen.

Badens Björn Navarin bleibt hängen.

«Städtli» verpasst das avisierte Ziel im Heimspiel gegen die Schaffhauser Reserven knapp und holt in einer mitreissenden Partie trotz langer Führung nur einen Punkt: 26:26 in der Nationalliga B.

Zu Beginn sahen die 350 Zuschauer in der heimischen Aue ein kämpferisch eingestelltes «Städtli», das die gemachten Fortschritte seit Meisterschaftsbeginn eindrücklich unter Beweis stellte: Die kompromisslose, agile und kompakte Defensive mit einem glänzend aufgelegten Benjamin Kropf im Tor stellte die Gäste aus Schaffhausen wieder und wieder vor unlösbare Probleme, während vorne Mal um Mal tempo- und variantenreich der Weg ins Tor gefunden wurde.

Es dauert trotzdem bis zur 21. Minute, bis die Badener zum erstmals nennenswert davonziehen konnten. Nach 30 Minuten stand es 15:10; die Kadetten Espoirs hatten da schon gut zehn Minuten lang kein Tor mehr erzielt. In der zweiten Halbzeit war es erneut «Städtli», das die ersten Akzente setzen konnte: Björn Navarin erzielte per Siebenmeter das erste Tor nach dem Pausentee - sein fünfter Penaltytreffer aus fünf Versuchen.

Schaffhausen wankte, aber es gab sich nicht auf. Auch dann noch nicht, als es in der 39. Minute scheinbar vorentscheidend 11:18 zurücklag. Nun kam der grosse Auftritt von Severin Baldauf. Die bullige Nummer 18 der Schaffhauser erzielte sieben Tore aus sieben Versuchen, während die Badener immer wieder an der Torumrandung oder am starken Kaj Stokholm im Tor der Gäste scheiterten - und auch mit diversen strittigen Entscheiden des wenig souverän auftretenden Schiedsrichtergespanns haderten.

Hektische Schlussphase

Eine Zeitstrafe in der 51. Minute brachte schliesslich die Wende in der Partie: Badens Nummer 5, Manuel Reichlin, wurde unter lautem Protest der engagiert mitfiebernden Zuschauertribüne für ein Dutzendfoul auf die Bank geschickt; Stefan Merki und Severin Baldauf nutzen die Überzahl, um ihr Team von 23:17 auf 23:21 heranzubringen und weckten damit neue Kräfte in der jungen Mannschaft. In der hektischen, durch viele umstrittene Pfiffe geprägten Schlussphase nahm der Schaffhauser Coach schliesslich sogar noch den Torwart zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers heraus, was in der 60. Minute mit dem Anschlusstreffer zum 26:25 belohnt wurde.

Etwas mehr als 40 Sekunden waren dann noch zu spielen, der Ball in Badener Besitz. Ein letztes Timeout der Badener sollte den Weg zu einem knappen, aber verdienten Heimsieg weisen. Dann aber dies: Statt die verbleibenden Sekunden herunterzuspielen, wurde ein letzter Abschluss gesucht. Erfolglos. Im Gegenzug versenkte die Nummer 17 der Gäste den Ball im Netz. Schlusssirene. Unentschieden.

Jetzt gegen Stäfa

Während sich die Kadetten Espoirs über einen letztlich verdienten Punkt freuen durften, war die Enttäuschung auf Badener Spieler- wie Fanseite riesig. Eine heisse Partie mit immensem Unterhaltungswert endete in einer lauwarmen Punkteteilung, die sich aber wenigstens nicht sonderlich negativ auf die aktuelle Tabellensituation auswirkt.

Der STV Baden hat sich von den Abstiegsplätzen etwas weiter distanzieren können und auf dem Feld bewiesen, dass der Ligaerhalt ein realistisches Ziel ist. Der Frust über den verpassten Sieg steckt aber natürlich trotzdem tief - man darf gespannt sein, wie sich dies im Cup-Match vom Mittwoch äussert. Dann trifft «Städtli» in der heimischen Aue auf die Lakers Stäfa (NLA). Bei der Wut im Bauch der Badener wird das sicher kein Spaziergang für die Höherklassigen.

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