Eishockey
Gnadenloser Verband: 18 Spiele Sperre gegen Wiederkehr

Der Spieler des EHC Urdorf und der Limmattal Wings muss lange zuschauen, weil er im 2.-Liga-Match gegen Küssnacht am Rigi angeblich mit einem Schuss auf einen der Schiedsrichter gezielt hatte (der Puck flog dicht an ihm vorbei).

Raphael Biermayr
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Colin Wiederkehr (rechts) wird lange nicht mehr im Geschehen anzutreffen sein.

Colin Wiederkehr (rechts) wird lange nicht mehr im Geschehen anzutreffen sein.

Raphael Biermayr

Colin Wiederkehr wurde mit einer Matchstrafe belegt, im Nachgang folgte die übliche Prozedur mit Stellungnahmen beider Seiten. Nun hat der Einzelrichter des Verbands auf eine harte Strafe entschieden. Auf eine Saison umgemünzt, bedeutete das einer Sperre für nahezu die volle Zeit.

Angst vor noch längerer Sperre

Der Verein geht nicht gegen die Dauer vor. Wie Urdorfs Trainer Dani Hüni erklärt, hätte diese auch länger ausfallen können. Sind Schiedsrichter involviert, versteht der Verband keinen Spass.Auch Wiederkehr sagt dazu: «Ich bin froh, dass es nicht mehr Spiele sind.»

Der Verteidiger habe in seiner Stellungnahme die Situation folgendermassen geschildert: «Ich war sauer wegen der Niederlage in einem Match, das wir unbedingt gewinnen mussten. Die Emotionen gingen am Schluss mit mir durch. Ich schlug aus Frust voll auf die Scheibe - es war aber nie meine Absicht, einen Schiedsrichter zu treffen.»

Auch die Wings müssen verzichten

Wiederkehrs Ausfall wiegt doppelt schwer, denn nicht nur der EHCU verliert einen Akteur, sondern auch die Limmattal Wings in der 3. Liga. Dort hatte der mit einer Doppellizenz ausgestattete Wiederkehr nach einem harzigen Start Fuss gefasst und war zur erhofften Verstärkung geworden. Seine Sperren absitzen darf er selbstredend nur in einem Team.

Wiederkehr ist eigentlich kein Bad Guy. Nun könnte ein solcher Ruf an ihm haften bleiben. Vergangene Woche sei er von Spielern anderer Gruppengegner auf die Geschehnisse angesprochen worden. «Ich hätte nicht gedacht, dass diese Geschichte so weit herum die Runde macht», sagt er.

Urdorfs Image wird nicht besser

Dem EHCU hat er indes einen Bärendienst erwiesen, in dessen ständigen Bemühungen, das Image zu verbessern. Trotzdem: Wiederkehr ist weder die Lust am Eishockey («Dann spiele ich halt Mitte nächster Saison wieder mit») noch der Humor vergangen. «Jetzt kann ich wenigstens das Sommertraining nachholen», sagt er über die spielfreie Zeit.

Er fehlt damit auch am Sonntag im 2.-Liga-Kellerduell im Verzascatal (17 Uhr, Sonogno). Dort zählen für den EHCU nur drei Punkte. «Wenn wir das nicht schaffen, ist es vorbei», sagte Trainer Dani Hüni unlängst offen. Die zuletzt Verletzten sind alle wieder einsatzfähig.

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